Ein moderner Lern- und Erinnerungsort
Martin-Niemöller-Haus wurde nach der Sanierung wiedereröffnet

Das ehemalige Pfarrhaus Martin Niemöllers. | Foto: ev. Gemeinde Dahlem
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  • Das ehemalige Pfarrhaus Martin Niemöllers.
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Nach rund zwei Jahren Sanierungsarbeiten ist das Martin-Niemöller-Haus in der Pacelliallee 61 neu eröffnet worden. Die evangelische Kirchengemeinde Berlin-Dahlem hat es umfassend und denkmalgerecht saniert. Gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf und dem Friedenszentrum hat die Kirchengemeinde es zu einem modernen Lern- und Erinnerungsort weiterentwickelt.

Auf einer Presskonferenz wurde darüber informiert, was diesen Ort in Zukunft ausmacht. Das Martin-Niemöller-Haus sei ein überregional bedeutsamer Ort der Erinnerung an die Zeit des Kirchenkampfes und des Widerstandes gegen die Nazi-Diktatur. „Wir wollen, dass das Thema Bekennende Kirche in Erinnerung bleibt“, sagt Katja Dameros, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Ziel sei es auch, aus der widersprüchlichen historischen Erfahrung des Widerstandes zu lernen und nach ihrer Bedeutung für heutiges verantwortliches und gesellschaftliches Handeln zu fragen.

Dazu trägt auch die neue Ausstellung bei, mit der die alte aus den 1980er-Jahren abgelöst wird. Auf 14 Tafeln und in einer Vitrine werden rund 130 Fotos und Dokumente zur Kirchengemeinde Berlin-Dahlem in der NS-Zeit, zu Martin-Niemöller als Gemeindepfarrer in Dahlem und Mitbegründer von Pfarrernotbund und Bekennender Kirche, zur Position der Gemeinde zur Frage der Judenverfolgung gezeigt. Außerdem werden aktive Gemeindemitglieder dargestellt, die wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nazis ermordert wurden. Aber auch Frauen, die mit ihrem Einsatz für verfolgte Juden, Mut bewiesen hatten. „Die Ausstellung ist keine biographische Ausstellung über Niemöller, auch keine über die Bekennende Kirche insgesamt. Sie konzentriert sich auf den Dahlemer Kontext“, sagt Kuratorin Martina Voigt.

Neben der ständigen Ausstellung wird es im Martin-Niemöller-Haus eine Reihe von Veranstaltungen geben. „Das Haus soll auch ein Ort für Veranstaltungen sein – mit einer großen Bandbreite an Themen“, informiert Arno Hellwig, der das Haus zukünftig leiten wird. Nach den Sommerferien werden zahlreiche Vorträge, Diskussionsabende, Seminare, Workshops und Führungen angeboten. Als wichtige Zielgruppe möchte man Schulen erreichen. Bestehende Kontakte zu umliegenden Schulen sollen weiter ausgebaut werden.

Das Geld für die aufwendige Sanierung, immerhin 1,6 Millionen Euro, war nicht so einfach aufzubringen. Doch neben Lotto-Mitteln und Geldern von Landesdenkmalamt, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Evangelischen Kirche und anderen, haben die Gemeinden des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf die Sanierung finanziell unterstützt.

Mit der Sanierung ist das Original-Farbkonzept wieder hergestellt worden. „Das Haus soll nicht nur Tagungs- und Ausstellungsort sein, es soll auch die Atmosphäre von damals vermitteln“, betonte Christian Hallmann, Architekt und Projektmanager der Sanierung des Hauses.

Kontakt und weitere Informationen zum Martin-Niemöller-Haus, Pacelliallee 61, unter ¿84 17 05 33, E-Mail: erinnerungsort@kg-dahlem.de oder www.niemoeller-haus-berlin.de

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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