Klassenkampf im Trainingsanzug. DDR-Spitzensport im Visier der Stasi

27. Juni 2017
18:00 Uhr
Ehemalige Stasi-Zentrale, "Haus 22", 10365, Berlin

Im Zeitalter des Kalten Krieges geriet der Sport zur Bühne von Machtkämpfen zwischen Ost und West. Leichtathleten, Schwimmer und Fußballer kämpften nicht nur um Tore, Meter und Sekunden, sondern auch um das Ansehen ihres Staates. Hier konnte sich die DDR im Ausland positiv präsentieren. Für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war der DDR-Leistungssport deshalb ein wichtiges Einsatzgebiet.

Dr. Ralph Kaschka (BStU) spricht über die Aufgaben der Stasi bei der Überwachung und Kontrolle des Leistungssports. Ziel war es, den Erfolg der DDR-Sportler "abzusichern", vor vermeintlich schädlichen Einflüssen aus dem Westen abzuschirmen und Fluchten zu verhindern. Der Vortrag zeigt, wie die Stasi auch zur Geheimhaltung des systematischen Dopings beitrug. Dafür war in Sportclubs, Nationalmannschaften und im privaten Umfeld der Athleten ein Netz inoffzieller Mitarbeiter (IM) im Einsatz. Nicht nur Trainer oder Ärzte, auch Sportler versuchte sie als Spitzel zu werben.

Im Anschluss an den Vortrag bietet Dr. Christian Halbrock (BStU) eine Führung über das Stasi-Gelände zum Thema Sport an. Dabei geht es u.a. zum Lichtenberger Hans-Zoschke-Stadion, das ab 1975 zwischen den Bauten der Stasi zunehmend zur Enklave im Sperrgebiet geriet.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Quelle: Stasi-Unterlagen-Archiv". Darin erläutern Archivare, Rechercheure und Forscher die Arbeit mit dem Archivgut der DDR-Geheimpolizei.

Nächste Termine:
25.07.2017: "Paketmardern" auf der Spur. Ost- und Westpakete im Spiegel der Stasi-Akten
29.08.2017: Verschluss-Sachen. Dokumente, Fotos und Objekte aus 40 Jahren Stasi
26.09.2017: Auf Spurensuche. Unidentifizierte Bilder im Fotobestand

Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Der Eintritt ist frei.

Zeit:
Dienstag, 27. Juni 2017, 18.00 Uhr

Ort:
Stasi-Zentrale / Campus für Demokratie
"Haus 22"
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Veranstalter:
Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
10106 Berlin
Telefon: (030) 23 24-61 05
Fax: (030) 23 24-71 79
E-Mail: veranstaltungen@bstu.bund.de

Autor:

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR aus Lichtenberg

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