Total verwurzelt und glücklich
Ein Besuch bei der Fotokünstlerin Sabine Wild

Sabine Wild in ihrem Atelier in der Eschenstraße.
  • Sabine Wild in ihrem Atelier in der Eschenstraße.
  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Ihre Freunde erklärten sie für verrückt. Sabine Wild hatte ihren guten Job bei der Bundesarchitektenkammer aufgegeben, um als freie Fotografin zu arbeiten. Heute ist sie eine der gefragtesten Fotokünstlerinnen in Berlin.

Die Entscheidung für ein Künstlerleben sei schon „blauäugig und wagemutig“ gewesen, sagt Sabine Wild im Rückblick. „Ich hatte keine Galerie, ich hatte nichts.“ Aber es war die richtige Entscheidung. Später besuchte sie noch für zwei Jahre die Fotoschule der Agentur Ostkreuz. Eine Galerie fand sie auch. Die 56-Jährige kann seit 13 Jahren von ihrer Kunst leben.

Wenn sie nicht mit ihrer Leica M auf Reisen ist, um Stadtlandschaften zu fotografieren, die sie später am Computer verfremdet, oder Zooarchitektur im Bild festhält oder eine Ausstellung im südwestchinesischen Chengdu eröffnet, lebt und arbeitet Sabine Wild in einer idyllischen Ecke von Friedenau. Ihr Atelier liegt in der Eschenstraße. Hier präsentiert sie ihre Arbeiten. Oder Werke von befreundeten Fotografen. Unlängst ist die neueste Ausgabe ihrer Reihe „Show your Darling“ zu Ende gegangen. 33 Fotografen waren beteiligt. Jeder zeigte seine Lieblingsfotografie zum Thema „Wildnis“. Sabine Wild liebt das Netzwerken. Es sei „bereichernd, befruchtend und unterstützend“.

Ihr erstes Studio hatte sie am Südwestkorso. Ihr Zwilingsbruder übernahm dann die Räume und betreibt darin seit sieben Jahren das „wild caffè“. Im Namen schwingt Italien mit. Das Land hat eine gewisse Bedeutung für die Geschwister. Schicksal oder Zufall: Sie kamen in Padua zur Welt. „Drei Monate zu früh“, erzählt Sabine Wild. Die erste Zeit hätten sie im Inkubator verbracht.

Aufgewachsen ist Sabine Wild dann in Münster. Sie studierte Spanisch, Linguistik und Germanistik in Bielefeld, Münster, Köln und schließlich Berlin, wo sie seit 1985 lebt. Nach Friedenau ist die Fotokünstlerin wegen ihrer Tochter gezogen. Sie sollte in einem ruhigen Viertel aufwachsen. Friedenau habe sie zunächst langweilig gefunden, gesteht Sabine Wild.

Das habe sich geändert, als sie 2008 gemeinsam mit Susanne Wehr die inzwischen traditionsreiche Veranstaltungsreihe „Südwestpassage Kultour“ ins Leben rief. Dank der beliebten Atelierrundgänge, die zu Künstlern und Kunsthandwerkern führen, fühlt sich Sabine Wild jetzt in Friedenau „total verwurzelt und glücklich“.

Die nächste Südwestpassagen-Kultour findet übrigens am 9. und 10. November statt. Auf der Webseite www.suedwestpassage.com können Kunstliebhaber schon heute die Teilnehmer kennenlernen und Einblicke in deren Schaffen erhalten.

Ein weiteres Standbein Wilds ist die Produzentengalerie „EP.Contemporary“ in der Pohlstraße 71 in Tiergarten (www.ep-contemporary.de/). „Es ist etwa wie in einer Wohngemeinschaft“, sagt sie über die Galerie und ihren festen Stamm von zwölf Künstlern. „Alles wird gemeinsam diskutiert und demokratisch entschieden.“ Man helfe sich gegenseitig. Jeder hat seine Aufgabe, ganz gleich, ob es um Bilder hängen, Pressearbeit, Hausmeisterdienste, Weineinkauf gehe. Mehr Infos auf sabine-wild.com und sabinewild.com.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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