Nach den Flammen im Jagen 67
Rund 6900 Hektar Wald in Treptow-Köpenick sind von Bränden bedroht

Revierförsterin Ulrike Lucas und Forstamtsleiter Klaus Pogrzeba begutachten die Brandschäden.
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  • Revierförsterin Ulrike Lucas und Forstamtsleiter Klaus Pogrzeba begutachten die Brandschäden.
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Am 27. Juni gegen 16.30 Uhr. Bei der Berliner Feuerwehr geht ein Notruf ein. Ein Spaziergänger meldet einen Waldbrand im Jagen 67 im Forstrevier Grünau.

Schon Minuten später rasen Feuerwehrleute aus dem Südosten zum Adlergestell und von dort in den Wald und nehmen die Brandbekämpfung auf. Erst 72 Stunden später sind die Flammen gelöscht und die Feuerwehr zieht die letzte Brandwache ab.

Schäden werden begutachtet

Die Brandstelle befindet sich in der Nähe von Freibad Grünau und Krummer Lake. Eine Woche nach Ausbruch des Feuers treffen wir uns im Jagen 67 mit Revierförsterin Ulrike Lucas und Forstamtsleiter Klaus Pogrzeba. Beide Fachleute begutachten die Schäden. Boden und Grasnarbe sind verbrannt, dazwischen stehen im unteren Bereich angekohlte Kiefernstämme, die Kronen der Bäume sind jedoch unversehrt. „Ob die 1949 gepflanzten Kiefern überleben werden, ist noch nicht klar, das wissen wir erst in ein paar Jahren. Allein bei diesem Brand wurden 1,5 Hektar Wald geschädigt“, erklärt Forstamtsleiter Klaus Pogrzeba.

Dabei haben die Feuerwehrleute, die von zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren, auch aus dem nahen Brandenburg unterstützt wurden, ihr Bestes getan. Das Ausbreiten der Flammen in die Baumkronen konnte verhindert werden. Um Löschwasser zu gewinnen, wurden Pumpen am Ufer der Dahme installiert und mehrere tausend Meter Schlauch verlegt. „Am Mittwoch nach Ausbruch des Feuers haben meine Waldarbeiter die letzten Glutnester gelöscht“, erklärt Revierförsterin Ulrike Lucas.

Schon 22 Waldbrände in diesem Jahr

Aufgrund der hohen Trockenheit sind die 6900 Hektar Waldfläche – das entspricht rund einem Drittel des Bezirks – ständig in Gefahr. Seit Anfang des Jahres hat es in Treptow-Köpenick bereits 22 Waldbrände gegeben. Dabei waren Feuer auf wenigen Quadratmetern wie beim Brand des Familienzentrums „Bude“ oder eben wie aktuell in Grünau mit der Ausbreitung auf über einen Hektar dabei. Von Bränden betroffen waren bisher im Bezirk schon rund 6,5 Hektar Wald.

Den dabei entstandenen Schaden können die Forstleute nur schwer beziffern. Im Jagen 67 steht ja auch noch nicht fest, wie viele Bäume die Folgen des Brandes nicht überstehen werden. „Um einen Hektar Wald aufzuforsten, brauchen wir rund 10 000 bis 15 000 Euro. Dazu kommt dann noch die jahrzehntelange Pflege, die Bäume im Jagen 67 sind ja bereits 70 Jahre alt“, erklärt Klaus Pogrzeba.

Die Gründe, warum es brennt, können sehr unterschiedlich sein. Das geht von einer achtlos weggeworfenen Zigarette bis zu möglicher Brandstiftung. Auch zum Feuer im Jagen 67 ermittelt derzeit das Landeskriminalamt.

Jogger und Spaziergänger als "Wächter"

An das Sperren der Wälder wie im angrenzenden Brandenburg denkt man in Berlin übrigens nicht. Für die Förster übernehmen Jogger und Waldspaziergänger eine wichtige Kontrollfunktion. „Fast jeder Berliner hat ständig ein Handy dabei und kann beim Entdecken von Flammen sofort Alarm geben“, erklärt Forstamtsleiter Pogrzeba.

Dafür reagiert die Forstverwaltung mit technischen Mitteln. Es soll im Wald künftig wieder mehr Löschwasserbrunnen geben, außerdem werden Forstwege mit Schotter befestigt, damit auch schwerere Tanklöschfahrzeuge in den Wald fahren können.

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