100 Jahre Groß-Berlin
Einsamer Turm: Planungen für Heinersdorfer Rathaus wurden durch Eingemeindung überholt

So sollte der Turm ins Heinersdorfer Rathaus integriert und stolzes Wahrzeichen der Landgemeinde werden.
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  • So sollte der Turm ins Heinersdorfer Rathaus integriert und stolzes Wahrzeichen der Landgemeinde werden.
  • Foto: Untere Denkmalschutzbehörde Pankow
  • hochgeladen von Bernd Wähner
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Der Wasserturm an der heutigen Tino-Schwierzina-Straße ist ein Wahrzeichen des Ortsteils, auch wenn er inzwischen sehr marode aussieht. Man sieht es ihm kaum an, aber eigentlich sollte er der Turm des Rathauses Heinersdorf werden. Doch die Eingemeindung Heinersdorfs nach Groß-Berlin verhinderte das.

Weil der Ort stetig wuchs, entschied die Gemeinde, sich ein eigenes Rathaus zu bauen. Mit dem Bau wurde 1911 begonnen. Vorgesehen war, dass der Turm Wasser- und Rathausturm in einem sein sollte. Doch dann kam der Erste Weltkrieg. Der Turm stand zwar, aber die Bauarbeiten wurden unterbrochen. Nach dem Krieg sollte weitergebaut werden. Die Landgemeinde kam aber 1920 zu Groß-Berlin, wurde dem Bezirk Pankow zugeordnet. Ein eigenes Rathaus war nun nicht mehr nötig.

So blieb der Wasserturm einsam in der Landschaft stehen, stattliche 46 Meter hoch. Doch dann gab es einen Lichtblick. 1934/1935 entstand zu seinen Füßen eine Schule. Den Komplex entwarf Oberbaurat Richard Ermisch. Ein Teil des Turmes wurde in die Schulnutzung integriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog die Rote Armee die Obergeschosse und kontrollierte von dort aus den Flugverkehr von und nach Tegel.

Nur in den unteren Geschossen lief der Schulbetrieb noch ein paar Jahre weiter. Inzwischen steht der Turm seit vielen Jahren leer – und unter Denkmalschutz. Nicht nur erhebliche Schäden an der Fassade sind inzwischen zu sehen. Im Juni 2014 brannte es auch in seinem Innern. Ein neuer Eigentümer wollte den Turm zuletzt für Wohnzwecke umbauen. Doch dafür gab es keine Genehmigung vom Bezirksamt. Ob und wann der Turm saniert und wieder genutzt wird, ist derzeit weiter offen.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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