Anliegerin ärgert sich über Poller vor ihrem Grundstück
Stein des Anstoßes

Ohne Vorwarnung bekam Petra Kolbe vier Poller vor ihr Grundstück gesetzt. Deswegen wurde sie schon von Nachbarn oder Radfahrern angepöbelt.
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Eine Einfahrt, vier Poller und viel Ärger: Eine Kladowerin lässt vom Bezirksamt ihre Grundstückszufahrt pflastern. Was sie nicht weiß, das Tiefbauamt setzt kurzerhand vier Pfosten daneben.

Petra Kolbe hantiert gerade in der Küche, als sie plötzlich ein lautes Schlagen und Stampfen hört. Draußen steht ein Mann neben ihrer frisch gepflasterten Grundstückseinfahrt. „Wir stellen hier vier Poller auf“, erklärt er der verdutzten Kladowerin. Petra Kolbe aber weiß von nichts. Erst Wochen später erfährt sie vom Tiefbauamt, was Sache ist. Das aber auch nur, weil sie Widerspruch einlegt. Denn Petra Kolbe soll die Poller, über die sie niemand informiert hat, auch noch bezahlen.

Langes Warten auf die neue Zufahrt

Begonnen hat der Ärger aber schon viel früher. Im Sommer 2018 will die Kladowerin, die am Schambachweg wohnt, ihre Grundstückszufahrt pflastern. Sie stellt den nötigen Antrag beim Straßen- und Grünflächenamt, denn die Zufahrt führt über öffentliches Straßenland, und bekommt ihn genehmigt. Weil sie selbst keine Baufirma suchen will, beauftragt Petra Kolbe das Bezirksamt mit der Pflasterung und überweist 4000 Euro als Vorschuss. Dann wartet sie und wartet. Nichts passiert. Mehrmals fragt sie nach, wann es denn endlich losgeht, bekommt aber keine verbindliche Auskunft. Mitte November 2018 schreibt sie schließlich einen Brief und droht damit, ihr Geld zurückzufordern, wenn man ihr nicht endlich einen Termin nenne. Einige Tage später, Petra Kolbe kommt gerade von einem Spaziergang zurück, sieht sie Steinplatten vor ihrem Grundstück liegen. Die Pflasterarbeiten beginnen, die Baufirma kommt auch zügig voran, und Petra Kolbe ist zufrieden.

Anfeindungen zu allem Überfluss

Bis dann im Januar plötzlich die Poller neben ihrer Grundstückseinfahrt gesetzt werden. Was folgt, ist ein Spießrutenlauf. Nachbarn beschweren sich bei Petra Kolbe, wieso sie die Straße „sperren“ lässt, Radfahrer pöbeln sie an, fremde Leute fotografieren ihr Grundstück. „Alle dachten, ich hätte die Poller setzen lassen. Dabei hat man mich weder gefragt noch vorgewarnt.“ Auch sie selbst hat jetzt Probleme. „Wenn draußen ein Lieferfahrzeug oder ein Tankwagen steht, komme ich mit dem Auto wegen der Poller nicht vom Grundstück, weil die Straße zu eng ist, um auszuweichen.“

Anwohnerin muss die Poller
gar bezahlen

In der Rechnung sieht Petra Kolbe dann, dass man ihr für die Poller 168 Euro abgezogen hat. Alles zusammen kostet knapp 3000 Euro, die Restsumme vom Vorschuss bekommt sie zurück. Ende Februar legt sie wegen der Poller Widerspruch ein, will die „eigenmächtig vorgenommene Maßnahme“ nicht bezahlen. Nach zwei Wochen antwortet das Tiefbauamt. In dem Schreiben heißt es: „Die gesetzten Poller im Bereich Ihrer Zuwegung und Gehwegüberfahrt dienen zur Sicherheit der erbrachten Leistungen und sind Bestandteil der Kostenberechnung. Mithilfe der Poller kann sichergestellt werden, dass durch ein Wendemanöver unter anderem von Lieferfahrzeugen Ihre Überfahrt und Zuwegung nicht beschädigt werden. Desweiteren wird damit das Parken direkt vor Ihrem Grundstück verhindert und der Zugang bleibt somit gewährleistet.“ Petra Kolbe interveniert daraufhin nicht weiter. „Ich bezweifle nicht, dass die Behörde im Recht ist. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich über die Poller nicht informiert wurde.“ Warum nicht, erfährt auch das Spandauer Volksblatt auf Nachfrage nicht. Damit sie künftig in Ruhe gelassen wird, hat die 77-Jährige Zettel an die Pfosten gehängt: „Bei Beschwerden oder Unfällen durch diese Poller ist das Bezirksamt Spandau zuständig“.

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