Die Türme von Lichterfelde West sind Denkmal des Monats

Das sogenannte "Emisch-Haus" mit seiem Zwiebelturm und der reichen Fassadenbemalung ist eine kleine Sehenswürdigkeit am Bahnhof Lichterfelde West.
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  • Das sogenannte "Emisch-Haus" mit seiem Zwiebelturm und der reichen Fassadenbemalung ist eine kleine Sehenswürdigkeit am Bahnhof Lichterfelde West.
  • Foto: K. Menge
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Lichterfelde. In der Villenkolonie Lichterfelde sind viele der gründerzeitlichen Häuser mit Türmen geschmückt. Die Aufbauten sind in an vielen Stellen des Ortsteils in unterschiedlichster Form und Ausführung zu entdecken. Alle sind gemeinsam das Denkmal des Monats Juli.

Bei älteren Häusern, die noch an der Schinkel-Schule orientiert sind, ist der Turm begehbar und diente auch als Ausguck wie etwa auf der Villa am Bahnhof Lichterfelde West an der Curtiusstraße 10. Mit dem Ursprung als Rückzugsort oder Geschlechterturm, wie in im italienischen Siena üblich, haben die Türme jedoch nichts mehr gemein.

Türme aus jüngerer Zeit dienen der reinen Gestaltung und Repräsentation. Sie stehen für den Wohlstand ihrer Besitzer. Nach innen spielt der Turm selten eine Rolle. Wichtig ist er als städtebaulicher Akzent an wichtigen Hauptstraßen wie der Drakestraße und Ringstraße, sowie an Kreuzungen und Plätzen wie Karlplatz und Augustaplatz. Eines der ersten „Turmhäuser“ war das Bahnhofsgebäude. Johann Anton Wilhelm Carstenn ließ es 1872 als Villa im Stil der norditalienischen Renaissance erbauen. Der Hamburger Kaufmann und Bauunternehmer hatte 1865 das Gebiet der heutigen Villenkolonie gekauft. Die Bahnstation sollte der Erschließung des eleganten Villenviertels dienen und wurde also im repräsentativen Landhausstil erbaut. Durch den Bahnanschluss wurde der Verkauf geplanter Wohnhäuser der neuen Siedlung lukrativer. Durch den Bau der Kolonie wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Lichterfelde stetig an. Zur Eingemeindung nach Berlin im Jahr 1920 hatte der Vorort schon über 47000 Einwohner.

Weitere „Turm-Villen“ sind im Umkreis des Bahnhofes noch in der Baseler Straße 5 an der Ecke Curtiusstraße zu finden. Das sogenannte Emischhaus ist ein Fachwerkbau mit einem Zwiebelturm. Es wurde von dem Architekten Wilhelm Sander erbaut und fällt vor allem durch seine Verzierung und Bemalung auf. Die Fassade wurde mit Motiven aus der Bibel bemalt. Unter anderem sind Tiere der Arche Noah zu entdecken. In einer Nische steht eine Bronzefigur des heiligen Paulus. Benannt wurde das Haus nach seinem ersten Besitzer. 1902 kaufte Paul Emisch das Gebäude und eröffnet dort ein Bankgeschäft. Wie viele andere Villen nahm auch das Emisch-Haus im Zweiten Weltkrieg Schaden. 1978 wurde es nach historischen Vorlagen wiederhergestellt. KM

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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