Stoppt Gutachten Straßenausbau?
Straßenbäume an der Lemkestraße würden Sanierung nicht überleben

Die alten Bäume an der Lemkestraße würden bei einer Sanierung wohl nicht zu retten sein.
  • Die alten Bäume an der Lemkestraße würden bei einer Sanierung wohl nicht zu retten sein.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Das Baumgutachten zur Lemkestraße liegt beim Bezirksamt vor und kann eingesehen werden. Auf seiner Grundlage soll eine Entscheidung über die Sanierung der Straße fallen.

Nach den Plänen des Bezirksamtes soll im kommenden Jahr die Straße zwischen dem Bahnübergang und der Kieler Straße grundlegend saniert werden. 5,5 Millionen Euro will die Verwaltung in das rund 1,4 Kilometer lange Teilstück investieren. Dabei sollen die Gehwege um jeweils einen Meter verbreitet und die Straße verengt werden. Das Bezirksamt argumentiert seine Entscheidung damit, dass wegen dies schlechten Zustands der Straße die BVG gedroht habe, den Busverkehr einzustellen.

Eine Anwohnerinitiative wehrt sich dagegen. Sie will den historischen Charakter der Straße mit Kopfsteinpflaster und Straßenbäumen erhalten, um zu verhindern, dass sie zu einer Durchfahrtsstraße zwischen dem Umland und der B1/B5 ausgebaut wird. 

Laut dem vom Bezirksamt in Auftrag gegebenen Gutachten stehen rund 60 Bäume an dem Teilabschnitt der Lemkestraße. Überwiegend sind es Linden und einige wenige Ahorne. Im Durchschnitt sind sie zwischen 80 und 100 Jahre alt. Nach den üblichen Standzeiten von Straßenbäumen in Berlin hätten sie eine Lebenserwartung von weiteren 10 bis 15 Jahren. Bei 19 Bäumen ist ohnehin die Standsicherheit gefährdet. Sie müssten laut Gutachten auf jeden Fall gefällt werden. Und selbst wenn die Sanierung der Straße nur auf den Gehwegbereich beschränkt würde, wäre die Standsicherheit aller Bäume gefährdet, da sich die Bäume zur Straße neigten.

Das Gutachten kommt aber auch zum Ergebnis, dass der gegenwärtige unversiegelte Zustand der Lemkestraße das Regenwasser gut durchlaufen lasse und eine gute Entwicklung der Wurzeln der Bäume zulasse. Dies ist auf das Kopfsteinpflaster zurückzuführen. Darauf weist Anwohner Marco Hoffmann, Sprecher der Initiative, hin. „Durch die Grundsanierung wird das Wurzelwerk stark beschädigt“, erklärt er. Erst dadurch sinke die Lebenserwartung der Bäume.

Inzwischen hat der Ausbau auch eine politische Dimension erreicht. Die neue SPD-Kreisvorsitzende Iris Spranger stellt sich voll hinter die Forderungen der Anwohner. Und zweimal schon wurde der Termin für eine geplante Einwohnerversammlung verschoben. Ein neuer Termin soll nach der Sommerpause der Bezirksverordnetenversammlung festgelegt werden.

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