Außensanierung an Baudenkmal gestoppt

An der sanierungsbedürftigen Fassade des unter Denkmalschutz stehenden Hauses wird sich die kommenden Jahre voraussichtlich nichts ändern. | Foto: HDK
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Mariendorf. Der Traum vom frisch renovierten Denkmal als Schmuckstück am historischen Alt-Mariendorfer Dorfkern ist geplatzt. Vorerst und rein äußerlich zumindest. "Mein Geld ist alle", so der neue Besitzer Ki-Wook Yu zur Berliner Woche.

Wo ist das Geld geblieben? "Das liegt sozusagen auf dem Dach. Nach der offenbar jahrelang nicht erkannten Ursache des Wasserschadens durch eine falsch angebaute Regenrinne tauchten immer neue Probleme auf und schließlich führte kein Weg an der völligen Erneuerung des Daches mehr vorbei. Damit ist das Dach letztendlich viermal so teuer geworden, wie zunächst kalkuliert. Jedenfalls hatte ich plötzlich allein für das Dach eine fast sechsstellige Rechnung zu bezahlen", sagt Ki-Wook Yu (46). Wie berichtet, hatte der Mann mit koreanischen Wurzeln das unter Denkmalschutz stehende Haus (gebaut um 1860) an der Ecke Mariendorfer Damm/Alt-Mariendorf samt Nebengebäuden im Frühjahr gekauft und sofort, noch vor der Eintragung ins Grundbuch, mit der Instandsetzung der nach jahrelangem Leerstand ziemlich heruntergekommenen Immobilie begonnen. Eigentlich sollte längst alles fertig sein und nach den Vorgaben und Auflagen der Unteren Denkmalschutzbehörde des Bezirksamts in neuem Glanz erstrahlen. Daraus ist nichts geworden. Das Gerüst wurde inzwischen vorzeitig wieder abgebaut und die Fassade nur notdürftig repariert.

Das hätte Ki-Wook Yu allerdings lieber bleiben lassen sollen: "Weil wir natürlich schon die gröbsten Risse zugeschmiert haben, gibt es von der Oberen Denkmalschutzbehörde des Senats keinerlei Zuschüsse mehr. Hätten wir gar nichts gemacht, gäbe es Geld", ärgert sich der Investor, der ursprünglich angetreten war, die Sanierung mit eigenem Geld zu realisieren.

"Ohne diese absolute Pleite mit dem Dach hätte das auch prima funktioniert", sagt Ki-Wook Yu und fügt hinzu, dass er sich dadurch aber keinesfalls unterkriegen lassen werde: "Jetzt bleibt die Fassade eben die nächsten zwei bis drei Jahre so, wie sie ist - bis ich das nötige Geld zusammen habe." Das soll unter anderem im Innern der historischen Immobilie mit einem modernen Blockheizkraftwerk im Keller erwirtschaftet werden. Der Innenausbau geht unvermindert weiter. Der Laden ist bereits vermietet.

Demnächst will ein griechisches Restaurant dort seine Pforten öffnen. Einen genauen Termin nennt der Bauherr dieses Mal allerdings nicht und sagt stattdessen: "Ich bin mit meinen Prognosen etwas vorsichtiger geworden."

Horst-Dieter Keitel / hdk
Autor:

Horst-Dieter Keitel aus Tempelhof

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