BUND schlägt Alarm wegen Flüchtlingsunterkunft auf der Feldmark

Ein landschaftliches Gebiet für Geflüchtete? Die Marienfelder Feldmark ist für eine mögliche Flüchtlingsunterbringung im Gespräch. Im Hintergrund befinden sich die seit Jahren leer stehenden Gewächshäuser der ehemaligen Bezirksgärtnerei.
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Marienfelde. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) schlägt Alarm: In den Senatsplanungen für die Aufstellung von Containern beziehungsweise Modulbauten für die Flüchtlingsunterbringung kommt auch die Marienfelder Feldmark im Bereich der einstigen Bezirksgärtnerei am Diedersdorfer Weg vor.

„Wir sehen das Landschaftsschutzgebiet in Gefahr“, so Michael Delor von der BUND-Bezirksgruppe und der Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“ zur Berliner Woche. Das Problem ist nur, dass es offiziell noch gar kein Landschaftsschutzgebiet ist. Zwar wurde schon vor über 20 Jahren, Ende 1995, im Landschaftsplan festgelegt, die etwa noch 55 Hektar (einst waren es über 300 Hektar) umfassende Marienfelder Feldmark an der südlichen Stadtgrenze als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Bloß wann, in welchem Jahrhundert, wurde damals nicht erwähnt. Erst 2008 und dann noch einmal 2014 erinnerte sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und fasste beziehungsweise erneuerte, jeweils einstimmig, den Beschluss, die Feldmark endlich auch formell als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen und für die notwendigen personellen Ressourcen zu sorgen.

Zuständig für die Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. 2014 teilte das Bezirksamt mit, dass die Prioritätensetzung des Senats für Marienfelde keine zeitnahe Bearbeitung vorsieht. Dabei ist es im Grunde geblieben.

„Kaum ein anderes Gebiet innerhalb von Großstadt-Grenzen hat so erstaunlich viele seltene Arten aufzuweisen wie die Marienfelder Feldmark und der Freizeitpark Marienfelde. Diese Artenvielfalt ist geradezu Verpflichtung zum Artenschutz! Der Senat hat die Verpflichtung Grünzüge und -gürtel der Stadt zu erhalten und die großen zusammenhängenden Freiflächen als öffentliche Grünflächen, Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen für die Bevölkerung zu bewahren“, lautet die Kernaussage eines Offenen Briefes, den Michael Delor im Namen des BUND jetzt an alle Mandats- und Entscheidungsträger in der Stadt und im Bezirk adressiert hat. Insgesamt wird der Senat dazu aufgefordert, „diese Flächen weder für Container noch für Modularbauten einzuplanen“. Die erste Reaktion kam vom CDU-Fraktionschef Ralf Olschewski. Seine Meinung: „Im Vergleich zu anderen Bezirken hat Tempelhof-Schöneberg mit die meisten Flüchtlinge untergebracht, da müssen wir nicht auch noch die Feldmark opfern. Jetzt sind erstmal die anderen dran.“ HDK

Weiteres dazu gibt es im Netz auf www.bund-berlin.de und auf www.bimfeldmark.de.vu.
Ein landschaftliches Gebiet für Geflüchtete? Die Marienfelder Feldmark ist für eine mögliche Flüchtlingsunterbringung im Gespräch. Im Hintergrund befinden sich die seit Jahren leer stehenden Gewächshäuser der ehemaligen Bezirksgärtnerei.
Michael Delor hat den Mandats- und Entscheidungsträgern in der Stadt und im Bezirk einen Offenen Brief geschrieben.
Autor:

Horst-Dieter Keitel aus Tempelhof

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