In Schöneweide rücken die Abrissbagger an
Baustart für den neuen Bahnhof

Schüler der Kreativitätsgrundschule schippten im Auftrag der Bahn symbolisch um die Wette.
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Für die Nutzer des Bahnhofs Schöneweide, immerhin 48 000 pro Tag, wird die Erneuerung des Bahnhofs jetzt sichtbar. Unter anderem durch weitere Wege und Einschränkungen, denn die 40 Jahre alte Bahnhofshalle wird erst einmal abgerissen.

„Schöneweide gehört ganz sicher nicht zu unseren Schmuckstücken“ meinte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, am Rand des offiziellen Baustarts am 3. Dezember. Dann schippten Schüler der Kreativitätsgrundschule aus Niederschöneweide um die Wette. Für die anwesenden Journalisten hatte der Bahnchef ein paar Zahlen parat. Nicht immer führte der Bahnhof Schöneweide ein Mauerblümchendasein wie in der Gegenwart. Im Jahr 1903 fuhren hier erste elektrische Probezüge nach Spindlersfeld, Vorläufer der erst 25 Jahre später eingeführten S-Bahn. Im Jahr 1929 gab der Bahnhof 411 Reichsbahnern Arbeit, darunter sieben Reichsbahnobersekretären und 181 Putzfrauen. Und 1974 war Schöneweide der erste Bahnhof der Deutschen Reichsbahn, dem der Status als Nichtraucherbahnhof verordnet wurde.

Nun wird erst einmal die marode Bahnhofshalle aus dem Jahr 1974 abgerissen. Dabei muss das Abrissmaterial streng sortiert werden, die Bahningenieure erwarten Schadstoffe wie Dämmwolle und giftige Holzschutzmittel. Damit die Bauleute freie Hand haben, muss der Zugang über das historische, rund 150 Jahre alte Backsteingebäude – steht unter Denkmalschutz und wird erhalten – gesperrt bleiben. Auf die Bahnsteige kommen Fahrgäste jetzt über die Bahnhofstreppen unter der Sterndammbrücke. Bis März 2019 kommen Passagiere auch noch über den Zugang von der Johannisthaler Seite zu den Gleisen und können dort die Fahrstühle zu den Bahnsteigen nutzen. Ab Frühjahr 2019 wird dann auch dort dicht gemacht. Damit Bahnnutzer mit Behinderungen zu den Zügen kommen, wird bis dahin eine mobile Aufzuganlage mit Zugang am Sterndamm errichtet. Darüber hatte es Streit gegeben, am Ende übernahm das Land Berlin die Kosten von 1,3 Millionen Euro selbst.

Der gesamte Bahnhofsumbau, die neuen Sterndammbrücken und ein modernes Stellwerk eingeschlossen, kostet rund 91 Millionen Euro. Wie der Zugang anstelle der bisherigen Bahnhofshalle aussehen wird, steht noch nicht fest. Da arbeitet die Bahn derzeit an Plänen und will sich noch nicht in die Karten sehen lassen. Zumindest soll es, entgegen ersten Verlautbarungen, nun doch eine öffentliche Toilette geben. Bei besagten 48 000 Fahrgästen pro Tag und zu erwartenden weiter steigenden Fahrgastzahlen sicher nicht die schlechteste Idee. Fertigstellung des Bahnhofs soll Ende 2021 sein.

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