Pläne für Rudower Bibliothek vorgestellt

Architekt Wieland Vajen mit einer Skizze der neuen Bibliothek.
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Corona- Unternehmens-Ticker

Rudow. Den meisten gefiel, was sie hörten: Am 17. Januar wurden in der Alten Dorfschule die Pläne für die neue Rudower Stadtteilbibliothek öffentlich vorgestellt. Noch in diesem Jahr sollen auf dem Grundstück Alt-Rudow 45 die Bauarbeiten starten.

„Sparsamer geht es eigentlich nicht“, fasste Architekt Wieland Vajen zusammen. Rund 1,8 Millionen Euro soll das neue Haus kosten; da bleibt kein Raum für Spielereien. Er hat ein schlichtes, dreigeschossiges Gebäude mit einer Nutzfläche von 570 Quadratmetern entworfen. Die Fassade ist in rotem Klinker gehalten, ebenso wie die Dorfschule und das Gemeindezentrum.

Eine Neuheit empfängt den Besucher gleich am Haupteingang. Hier gibt es einen „Windfang“, wo rund um die Uhr Bücher zurückgegeben werden können. Im Erdgeschoss befindet sich außerdem ein Lesecafé, das auch für Veranstaltungen genutzt werden soll, ein Informationspunkt, Treppe, Aufzug, eine behindertengerechte Toilette und die Räume für die Mitarbeiter. Bei gutem Wetter können die kleinen und großen Besucher durch einen Nebenausgang nach draußen – in den Lesegarten.

Im ersten Stock stehen Bücherregale, aufgeteilt in Belletristik und Sachliteratur. Dazwischen gibt es Arbeitsplätze und einen Gruppenarbeitsbereich. Die Kinder- und Jugendabteilung samt audiovisueller Medien findet Platz im Dachgeschoss. In den beiden oberen Stockwerken können die Nutzer gemütlich am Fenster sitzen und schmökern. Architekt Vajen ist froh darüber, dass das Gebäude teilweise unterkellert ist: „Dafür haben wir lange gekämpft.“ In den unterirdischen Räumen sind die Toiletten, die Elektroanlage und die Heizung untergebracht.

Bibliotheksleiterin Susann Schaller erklärte, was bleibt und was kommt. „Unser Personal zieht selbstverständlich mit um, unsere Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen bauen wir sogar aus. Bleiben wird die Barrierefreiheit und natürlich auch der Kaffeeautomat, aber es ist ein neuer.“ Im neuen Haus gebe es mehr Lese- und PC-Arbeitsplätze, mehr Veranstaltungen und den neuen Lesegarten. Am meisten freut sie sich über die zentrale Lage: „Der Standort ist unbezahlbar.“ Sie rechnet deshalb in Zukunft mit mehr Besuchern. Vier- bis sechstausend pro Monat hält sie für realistisch. Bisher waren es rund 40000 pro Jahr.

Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) erklärte, warum der Neubau nötig ist: Noch ist die Bibliothek nämlich in der Clay-Schule am Bildhauerweg untergebracht. Weil der notwendige Schulneubau mit rund 39 Millionen rund zehn Millionen Euro teurer wird als ursprünglich geplant, habe die Senatsverwaltung angelehnt, auch noch eine neue Bibliothek zu finanzieren. So entschieden sich die Bezirksverordneten für den Bau in Alt-Rudow 45. Die dortige marode Seniorenfreizeitstätte verschwindet. Eine neue wird ab Anfang kommenden Jahres auf dem Grundstück der Alten Dorfschule, Alt-Rudow 60, errichtet. sus

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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