Birkenhof wird Flüchtlingsheim: Belegung als Gemeinschaftsunterkunft zum Jahreswechsel

Staaken. Das ehemalige Seniorenheim Birkenhof, Spandauer Straße 22, wird zum Jahreswechsel zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH hat das Gebäude für zehn Jahre gemietet.

Dies teilten am 11. Oktober Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle (CDU) auf einer InformationsvVeranstaltung in der Zuversichtskirche mit. Bei voller Belegung werden dann dort 380 Menschen leben, davon rund ein Drittel Kinder. In Gemeinschaftsunterkünfte ziehen Menschen, die zuvor in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht waren. Je nach Ausgang ihres Asylverfahrens bleiben sie dort längere Zeit. Der nächste Schritt wäre bei positivem Ausgang eine eigene Wohnung. Die Kinder haben zumeist Schulplätze, die Erwachsenen besuchen Integrations- und Sprachkurse.

Suche nach einem Träger

Zurzeit ist die Senatssozialverwaltung auf der Suche nach einem Träger, der die Einrichtung betreibt. Der hat dann sechs bis neun Monate Zeit, sich zu bewähren. Danach wird die Einrichtung europaweit ausgeschrieben.

In der vollbesetzten Kirche kamen sowohl Kritiker der Nutzung wie auch Unterstützer der Flüchtlinge zu Wort. Zu den Kritikpunkten zählten fehlende Kita- und Schulplätze für die Kinder, Sicherheitsbedenken und Sorge vor Lärmbelästigung. Kleebank und Gerstle verwiesen darauf, dass es laut Polizeistatistik in der Umgebung von Flüchtlingsunterkünften keine Auffälligkeiten gebe. Bei Themen wie Vermüllung oder Lärm gebe es schnell engen Kontakt zwischen Bezirksamt und dem jeweiligen Betreiber – das sei die Erfahrung bei anderen Unterkünften.

Pfarrer Cord Hasselblatt kündigte an, dass die evangelische Kirchengemeinde Staaken engen Kontakt zum künftigen Heim suchen wird. Sie wird zudem eine weitere Informationsveranstaltung organisieren, wenn der Betreiber feststeht.

Der Gebäudekomplex an der Spandauer Straße steht seit 2013 leer. Damals hatte der Seniorenheim-Betreiber Vitanas seinen Mietvertrag wegen erheblicher Gebäudemängel gekündigt. CS

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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