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Der Traum lebt weiter: Ausnahmeboxerin Sophie Alisch hat große Ziele

Sophie Alisch trainiert mit ihrem Heimtrainer Alexander Wopilow intensiv für ihr nächstes großes Ziel, die Europameisterschaft in Sofia im Juli.
Sophie Alisch trainiert mit ihrem Heimtrainer Alexander Wopilow intensiv für ihr nächstes großes Ziel, die Europameisterschaft in Sofia im Juli. (Foto: Michael Nittel)

Tiergarten. Die 15-jährige Sophie Alisch bereitet sich zurzeit auf ihre erste Europameisterschaft vor. Die in Tiergarten wohnhafte Ausnahmeboxerin hat für die Titelkämpfe der Junioren in Sofia vom 2. bis 10. Juli nur ein Ziel: U17-Europameisterin werden.

„Ich freue mich schon jetzt riesig auf diese EM und fahre dorthin, um Gold zu holen“, sagt sie ganz selbstbewusst. Zur Erinnerung: Erst vor drei Jahren hat Sophie mit dem Boxsport begonnen und wurde im vergangenen Jahr mit einer Sondergenehmigung vom Deutschen Boxverband startend Deutsche Meisterin der U19.

Zweimal täglich Training

Zwei Mal täglich und bis zu sechs Mal in der Woche arbeitet Sophie an ihrem großen Ziel. Fünf Mal in der Woche trainiert sie in der Steglitzer Sportschule Rahn in der Nicolaistraße mit ihrem Heimtrainer Alexander Wopilow, von dem Sophies Papa Michael sagt, er sei einer der besten Amateurtrainer weltweit. Zwischendurch fährt Sophie aber auch immer wieder in den Bundesstützpunkt nach Schwerin, um mit Stützpunkttrainer Andy Schiemann zusammenzuarbeiten und mit international renommierten Sparringspartnerinnen aus Schweden, Polen und Irland in den Ring zu steigen. „Wenn ich international boxe, ist das noch einmal etwas ganz anderes, als gegen deutsche Gegnerinnen zu kämpfen. Und da meine Kontrahentinnen beim Sparring durchweg Erwachsene sind, habe ich überhaupt keine Bedenken, auch bei der EM bestehen zu können.“

Sollte Sophie in Bulgarien auf dem Treppchen landen, also mindestens Platz drei belegen, wäre sie automatisch für die Weltmeisterschaften qualifiziert, die im November in Indien ausgerichtet werden. „Und wenn ich auch dort zu den besten drei Boxerinnen gehören sollte, würde ich im nächsten Jahr zur Jugend-Olympiade nach Argentinien fahren“, sagt Sophie und ihre Augen beginnen dabei zu leuchten. Denn Olympia war und ist ihr ganz großer Traum. „Das wäre für mich schon wie eine richtige Olympiade. Das wäre einfach…wow!“ Dann hält Sophie für einen Moment inne, schweigt kurz, um dann – unglaublich reif – zu ergänzen: „Aber jetzt kommt erst mal die EM – immer einen Schritt nach dem anderen.“

Eigentlich hätte Sophie bereits im vergangenen Jahr bei ihrer ersten EM antreten sollen. Doch nach Querelen innerhalb des Deutschen Boxverbandes war das deutsche Frauenteam in der Türkei gar nicht erst angetreten.

Sophie Alisch besucht die 9. Klasse der Evangelischen Schule in Charlottenburg, wird im nächsten Jahr die mittlere Reife erlangen und im Anschluss ein Fernabitur anstreben, um noch mehr Zeit für das Boxen zu haben. Die Sorge, dass ihre schulischen Leistungen unter dem Sport leiden könnten, hat in der Familie übrigens niemand. „Es ist wirklich unglaublich, wie selbstständig dieses Kind ist und sich trotz des sehr zeitaufwendigen Trainings und ohne, dass sie irgendjemand auffordern müsste, immer wieder motivieren kann, hinsetzt, ihre Hausaufgaben macht und auch in der Schule tolle Leistungen abliefert“, sagt der stolze Papa. min

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