Naumann bleibt Bürgermeister: SPD schlägt CDU – FDP stärker als AfD

Alle Gegner distanziert: Die Sozialdemokraten um Reinhard Naumann feierten im Charlottenburger Rathaus einen Wahlsieg, den ihnen ihre Kritiker nicht zugetraut hatten. (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg-Wilmersdorf. Rot-Rot-Grün auch in der City West? Mit 25,1 Prozent wird die SPD bei der BVV-Wahl 2016 klar stärkste Kraft. Doch gemeinsam mit den Grünen hat sie nur 27 der 28 Posten zur Wahl des Bürgermeisters. Also ringt Amtsinhaber Reinhard Naumann um ein Dreierbündnis – oder um Rot-Schwarz.

Als das Endergebnis feststand, blickte der Wahlsieger zuerst auf die AfD. „Wir haben die Weltoffenheit verteidigt“, erklärte Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) eine für ihn besonders wichtige Tatsache: Die AfD stellt hier keinen Stadtrat.

Ins neue Bezirksamt wird die SPD neben dem Bürgermeister womöglich wieder den Baustadtrat berufen. Zwei weitere Stadtratsposten gehen an die CDU (21,6 Prozent), einer an die Grünen (19,8) – wie gehabt. „Die City West hat klug gewählt“, kommentierte Naumann diesen Umstand. Er kann sich aussuchen, mit wem er um eine Mehrheit für die Wiederwahl verhandelt. Aber obwohl seine SPD sich nun klar vor der, seit 2011 um 8,5 Prozent eingebrochenen CDU wiederfindet, wird die Mehrheitsfindung schwieriger. Denn die Grünen als Stammpartner schnitten ebenfalls schlechter ab als zuletzt. Und dahinter liegen drei kleinere Parteien, die mehr mitreden werden als die abgewählten Piraten.

FDP vor der AfD und mit Option auf die Zählgemeinschaft

Mit 9,7 Prozent lieferte die Alternative für Deutschland, eines der schwächsten Ergebnisse in den Berliner Bezirken ab. Begeistert zeigte sich darüber FDP-Spitzenkandidat Johannes Heyne, der seine Partei mit 10,3 Prozent vor den Blauen platzierte. „Wir haben ein grandioses Ergebnis eingefahren. Ich bin überglücklich, dass die FDP vierstärkste Kraft ist“, jubelte Heyne über die machtvolle Rückkehr aus dem Off. Als Drittpartner einer SPD-geführten Zählgemeinschaft kommt die FDP nun ebenso in Betracht wie die ebenfalls erstarkte Linke mit 7,9 Prozent.

Und die CDU? Deren Spitzenkandidat Carsten Engelmann kommentierte die deutlichen Stimmverluste mit dem Hinweis auf einen fehlenden Amtsbonus. Doch angesichts der zwei geretteten Stadtratsposten setzte er hinzu: „Wir wollen sehen, was bei Verhandlungen für eine Zählgemeinschaft geht. Vielleicht ergibt sich da noch eine Chance für die CDU.“ tsc
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