Kein guter Standort für Birken
Im Landschaftspark musste der Bezirk bereits über 400 Bäume fällen

Abgestorbene und gekappte Birke am Rand der Herrmann-Dorner-Allee. Dahinter wird Volleyball gespielt.
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  • Abgestorbene und gekappte Birke am Rand der Herrmann-Dorner-Allee. Dahinter wird Volleyball gespielt.
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Den Bäumen im Landschaftspark Johannisthal-Adlershof geht es momentan nicht besonders gut. Sie leiden unter der Trockenheit, aber nicht nur.

Das wurde jetzt durch eine Anfrage der Bezirksverordneten Claudia Schlaak (Bündnis 90/Grüne) bekannt. Die Vorsitzende ihrer Fraktion hatte das Bezirksamt gefragt, wie viele Bäume in den vergangenen Jahren eingegangen sind. Außerdem wollte sie wissen, ob der Bezirk die Bäume gewässert hat.

Die Zahlen, die dann der zuständige Stadtrat Rainer Hölmer (SPD) mitteilt, sind erschreckend. So sind von den erst in den Jahren 2005 und 2006 gepflanzten Bäumen allein in den letzten drei Jahren 435 wieder gefällt worden. Im Jahr 2015 waren es 64 Bäume, im darauffolgenden Jahr 224 und im vorigen Jahr noch einmal 147 Bäume.

„Die Ursachen sind nicht ausschließlich auf Trockenheit zurückzuführen. Sie können auch pilzliche Ursachen oder pflanzenphysiologische Gründe haben, zum Beispiel Birkensterben. Die Standortverhältnisse im Landschaftspark sind sehr vegetationsfeindlich, dazu zählen die Bodenverhältnisse und die Sonneneinstrahlung“, schreibt Rainer Hölmer im Bericht an die Bezirksverordnete. Im Landschaftspark Johannisthal-Adlershof steht das Grundwasser relativ tief und statt gutem Waldboden finden sich märkischer Sand und Bauschutt im Untergrund.

Selbst ausgiebiges – und teures – Bewässern hat nichts gebracht. Im vorigen Jahr ließ das Straßen- und Grünflächenamt rund 870 Bäume elfmal bewässern. Dabei wurden pro Baum jeweils 80 Liter Wasser eingesetzt, trotz des feuchten Frühjahrs und Sommers. Die Aktion hat den Bezirk stolze 35 000 Euro gekostet. Trotzdem sind weitere Bäume vertrocknet.

Gebaut wurde der Landschaftspark auf dem Areal des ehemaligen Flugfelds nicht durch den Bezirk, sondern im Auftrag des damaligen Projektentwicklers für den Wissenschaftsstandort. Der Bezirk konnte nicht einmal bei der Auswahl der Bäume mitreden.

„Erst einmal haben wir resigniert. Vermutlich wurden damals für den Standort ungeeignete Bäume gepflanzt. Bevor wir vielleicht in ein paar Jahren das Thema noch einmal angehen, müssten Gutachter zunächst prüfen, ob es für diesen Standort besser geeignete Bäume gibt. Bis dahin müssen wir leider mit Lücken im Bestand leben“, sagt Rainer Hölmer.

Der Landschaftspark ist rund 65 Hektar groß. Er ist als Landschaftsschutzgebiet eingestuft, ein 26 Hektar großer innerer Kern sogar als Naturschutzgebiet. Letzteres darf nicht betreten werden, ein hölzerner Steg führt die Spaziergänger um diesen Bereich herum.

Abgestorbene und gekappte Birke am Rand der Herrmann-Dorner-Allee. Dahinter wird Volleyball gespielt.
Ein abgestorbener Baum zeugt von den schlechten Wachstumsbedingungen.
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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