Neue Heimat für die Straßenbahn
Ab 2022 soll in Adlershof ein Betriebshof gebaut werden

Die Werkstatthalle des künftigen Straßenbahnhofs Adlershof.
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  • Die Werkstatthalle des künftigen Straßenbahnhofs Adlershof.
  • Foto: BVG/Vössing Ingenieurgesellschaft
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Die Berliner Straßenbahnen transportieren mit 370 Fahrzeugen pro Jahr rund 204 Millionen Fahrgäste und die Zahlen steigen. Auch deshalb soll der Südosten der Stadt einen neuen Straßenbahnhof bekommen.

Dafür ist das Areal des früheren Kohlebahnhofs Adlershof an der Köpenicker Straße vorgesehen (Berliner Woche berichtete). „Wir fahren in diesem Jahr rund 21 Millionen Kilometer, bis 2035 erwarten wir eine Steigerung auf 34 Millionen Kilometer pro Jahr. Für die Fahrzeuge mit breiteren Wagenkästen reicht der Platz auf den Straßenbahnhöfen nicht aus“, erklärt Rico Gast, Bereichsleiter Straßenbahn bei der BVG.

Derzeit verfügt die Tram über berlinweit vier Betriebshöfe, darunter zwei im Bezirk Treptow-Köpenick. In den Höfen an der Nalepastraße und an der Wendenschloßstraße können aber keine modernen Niederflurfahrzeuge abgestellt werden, die auch auf den Strecken nach Wendenschloß, Schmöckwitz oder Adlershof immer stärker zum Einsatz kommen. Deshalb sind die neuen Fahrzeuge in den Betriebshöfen Lichtenberg und Marzahn stationiert und werden von dort aus zu Betriebsbeginn in den Südosten gefahren.

Der neue Straßenbahn-Betriebshof soll Platz für 60 komplette Züge und eine Werkstatt haben, in der die nötigen technischen Untersuchungen und Wartungen durchgeführt werden können. Bevor gebaut werden kann – derzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren – sind Vorarbeiten nötig. „Auf dem Gelände unweit von Eisenbahntrasse und chemischer Industrie ist mit Altlasten und Kampfmitteln zu rechnen. Das fünf Hektar große Areal muss flächendeckend beräumt werden. Außerdem wurden Eidechsen entdeckt, die müssen in ein neues Biotop umgesiedelt werden. Im Oktober soll die Kampfmittelräumung erfolgen“, erklärt Beate Wolf, Projektleiterin für den neuen Betriebshof.

Die Abstellanlage erhält grüne Gleise und auch das Dach der Werkstatthalle soll begrünt und zum Tel mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Die Investitionskosten werden mit 120 Millionen Euro beziffert. Rund 500 Personen werden hier beschäftigt sein. Die Ausfahrt vom Betriebshof ins Straßenbahnnetz erfolgt entlang der Bahntrasse und in Höhe der heutigen Wendeschleife am Bahnhof Adlershof in beide Richtungen der Rudower Chaussee. Dafür entsteht an dieser Stelle ein Gleisdreieck. „Zwischen 4 und 6 Uhr fahren von dort 40 bis 50 Züge ins Netz und nachts zwischen 22 und 0 Uhr wieder zurück in den Betriebshof“, erklärt Rico Gast.

Baubeginn für den neuen Betriebshof soll 2022 sein. Bis 2025 soll die Abstellanlage in Betrieb gehen, für 2028 ist die Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts mit der Halle und den Werkstätten geplant.

Ein weiteres Projekt der BVG in Adlershof startet in wenigen Wochen. Am 19. Mai beginnt der Bau der Straßenbahngleise über den Groß-Berliner Damm in Richtung Johannisthal.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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