„Unrecht nicht vergessen“: Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Am Gedenkstein im Innenhof legten Angela Merkel und Arno Drefke einen Kranz nieder.
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Alt-Hohenschönhausen. Der Jahrestag des Mauerbaus am 13. August, die Sanierungsarbeiten im ehemaligen Stasi-Gefängnis – die der Bund mitfinanziert – und der Wahlkampf: Gleich mehrere Anlässe hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einen Besuch in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen am 11. August.

Für die zahlreich angereisten Medienvertreter gab’s ein kurzes Statement zum Schluss und diverse Bildtermine an den Stationen des Rundgangs. Eine Stunde Zeit nahm sich Angela Merkel für ihren Besuch der Gedenkstätte in der Genslerstraße 66. Begleitet wurde sie dabei von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und dem Lichtenberger Bundestagsabgeordneten Martin Pätzold (beide CDU). Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe informierte seine Gäste über die anstehenden Baumaßnahmen in der ehemaligen Haftanstalt der DDR-Staatssicherheit. In den kommenden zwei Jahren sollen dort alle historischen Oberflächen denkmalgerecht saniert werden. Zudem entstehen neue Museumsbereiche und Seminarräume. Die Kosten in Höhe von 8,8 Millionen Euro teilen sich der Bund und das Land Berlin.

Den Besuch in der Gedenkstätte nutzte die Kanzlerin auch für kurze Gespräche mit ehemaligen politischen Häftlingen, darunter Arno Drefke, der im August 1961 ins Stasi-Gefängnis kam und dort Konstruktionsunterlagen für den Bau der Berliner Mauer erstellen musste. Zusammen mit Drefke legte Merkel am Gedenkstein für die Opfer Kommunistischer Gewaltherrschaft einen Kranz nieder. Im Anschluss warf die Regierungschefin noch einen Blick in die Dauerausstellung „Inhaftiert in Hohenschönhausen: Zeugnisse politischer Verfolgung 1945-1989“.

„Das Land Berlin und der Bund engagieren sich an diesem Ort, weil das Unrecht, das in der DDR geschehen ist, nicht in Vergessenheit geraten darf“, so das Resümee der Kanzlerin. Dies sei nicht zuletzt wichtig, um die Freiheit und Demokratie heute schätzen zu können.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen haben allein im vergangenen Jahr fast eine halbe Million Menschen besucht – darunter Schulklassen und Reisegruppen aus der ganzen Welt. Der Andrang war so groß, dass Führungen bisweilen abgesagt werden mussten. Das sollte nicht passieren, sagte Merkel und stellte weitere Hilfe seitens des Bundes in Aussicht.

Die ehemalige zentrale Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR war von 1951 bis 1989 in Betrieb. 1951 hatte das ein Jahr zuvor gegründete Ministerium für Staatssicherheit das sowjetische Kellergefängnis übernommen. Im folgenden Jahrzehnt wurden dort und in dem im November 1960 in Betrieb genommenen Gefängnisneubau zahlreiche Menschen inhaftiert – insgesamt über 11 000 Frauen und Männer. bm

Informationen über die Gedenkstätte, Öffnungszeiten und mehr gibt es unter www.stiftung-hsh.de.
Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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