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  • 19. September 2015, 00:00 Uhr
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Die NS-Zeit in Neukölln: Neue Kiez-Führung und Theater im Heimathafen

26. September 2015 um 12:00
Heimathafen Neukölln, 12043, Berlin
Mit dem Plakat erinnert der Heimathafen an die NS-Zeit in Neukölln.
Mit dem Plakat erinnert der Heimathafen an die NS-Zeit in Neukölln. (Foto: Heimathafen)

Neukölln. Der Saalbau an der Karl-Marx-Straße 141 – seit Jahren bespielt vom Volkstheater Heimathafen – war während der NS-Zeit ein Lager für Möbel, Kleider und Wertgegenstände geflüchteter und deportierter jüdischer Bürger. Daran erinnert nun das Theaterstück "Aktion N!".

73 Jahre nach dem Verschwinden der jüdischen Familie Pese, deren Möbel im Saalbau gelandet sind, tagt am selben Ort ein Neuköllner NS-Untersuchungsausschuss. Akten werden aufgeschlagen, Zeugen und Täter gehört, über Schuld und Unschuld befunden.

Begleitend zum Theaterstück gibt es auch die neue Stadtführung „Auf den Spuren der NS-Zeit". Organisiert wird sie von Route 44. Dahinter verbirgt sich ein Projekt des Vereins "Kultur bewegt": Frauen und Mädchen vom Richardplatz laden zu Kieztouren ein und vermitteln Lokalgeschichte aus ihrer Perspektive.

Die Stadtführerinnen Gül-Aynur Uzun und Hanadi Mourad haben sich gemeinsam mit den Theatermachern mit dem Thema Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Deutscher beschäftigt. Herausgekommen ist eine Führung, die weniger Fakten und Daten wiedergibt, sondern eher zum gemeinsamen Nachdenken und zur Diskussion über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit anregen will.

Das Theaterstück "Aktion N!" läuft am 25. und 26. September, am 9. und 10. Oktober sowie am 28. und 20. Oktober. Der Beginn ist um 20 Uhr.Tickets ab 13,50 Euro gibt es unter heimathafen-neukoelln.de und  56 82 13 33.

Die Touren "Auf den Spuren der NS-Zeit" finden statt am 26. September sowie am 10. und 31. Oktober. Treffpunkt ist um 12 Uhr am U-Bahnhof Karl-Marx-Straße vor dem Saalbau. Die Teilnahme kostet fünf, ermäßigt drei Euro. Eine Anmeldung ist nicht nötig. KT

Weitere Informationen unter  702 2 20 23 und www.route44-neukoelln.de
Autor: Klaus Teßmann
aus Prenzlauer Berg
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