Tradition ist manchmal keine gute Idee
Tierschutzverein richtet Appell an die Berliner

Osterfeuer sind ein sehr alter Brauch – aber nicht selten tödlich für Vierbeiner.
  • Osterfeuer sind ein sehr alter Brauch – aber nicht selten tödlich für Vierbeiner.
  • Foto: Marcus Meissner, flickr
  • hochgeladen von Josephine Macfoy

Der Tierschutzverein für Berlin (TVB) betreibt nicht nur Europas größtes Tierheim am Hausvaterweg. Der Zusammenschluss engagiert sich generell für das Wohl aller gefiederten, geschuppten, vier- oder vielbeinigen Lebewesen. Der Appell des TVB vorm Osterfest: Bitte auch an die Tiere denken!

Sie begrüßen den Frühling, bestaunen das Spektakel der Flammen, wärmen sich und wahren eine Tradition. Wenn sich Familien am Osterfest zusammenfinden, um ein großes Feuer zu entzünden, haben sie sicher nichts Böses im Sinn. Wahrscheinlich wissen die meisten gar nicht, was die Osterfeuer anrichten. Doch ihnen fallen landesweit alljährlich tausende kleine Wildtiere zum Opfer. Den Grund erklärt Annette Rost, Sprecherin des Tierschutzvereins für Berlin. „Die Holz- und Reisigstapel für die Osterfeuer liegen oft schon Wochen vor dem Abbrennen bereit. Igel, Mäuse, Kröten und Vögel finden dort Unterschlupf oder eine Brutstätte. Werden die Osterfeuer entzündet, ist es für eine Flucht zu spät.“

Zu viel Angst zum Fliehen

Woran liegt es, dass die Tiere nicht fliehen? „Aus Angst verharren sie starr in ihrem Versteck“, weiß die Expertin. Dann würden sie in den Flammen sterben. „Am besten wäre es tatsächlich, auf die Osterfeuer-Tradition zu verzichten“, sagt Claudia Hämmerling, zweite Vorsitzende des TVB. „Wer das nicht will, dem empfehlen wir dringend, das Holz erst kurz vorher aufzustapeln. Außerdem muss man unbedingt direkt vor dem Anzünden nochmals umschichten, damit eventuell versteckte Tieren die Chance zur Flucht haben.“

Und noch ein paar Tipps zum Osterfest haben die Tierschutzexpertinnen. So raten sie davon ab, vorgefärbte Eier aus dem Supermarkt zu kaufen. Die seien von der Kennzeichnungspflicht befreit und würden in aller Regel aus Massentier- und Käfighaltung stammen. Alternative: zu Bio-Eiern greifen und selbst färben. Unbedingt auf Haltung und Herkunft zu achten, empfiehlt sich natürlich auch, wenn es um den Kauf des Osterbratens geht.

Lebendige Dekoration

Eine moderne Unsitte seien ferner die lebenden Osterdekorationen in den Einkaufszentren, kritisiert der TVB anlässlich des bevorstehenden Festes. „Da gibt es österlich geschmückte kleine Gehege mit Hühnerküken und Kaninchen in den Shopping-Passagen. Hohe Geräuschpegel, stete Unruhe, viele Menschen vor den Gehegen, durch die Zäune greifende Kinder und gleißendes Licht sind purer Stress für jedes Tier – umso mehr, wenn es sich dabei um Fluchttiere wie Hühner oder Kaninchen handelt.“ Claudia Hämmerling appelliert an alle Initiatoren von Osterdekos, sie nicht mit lebenden Tieren auszustatten.

Der Tierschutzverein für Berlin finanziert sich fast ausschließlich durch Spenden, Nachlässe und Mitgliedsbeiträge. Er betreibt in Falkenberg das größte und modernste Tierheim Europas. Auf einer Fläche von mehr als 16 Hektar versorgt der 1841 gegründete Verein jeden Tag etwa 1400 Tiere. Mehr Infos gibt es unter www.tierschutz-berlin.de

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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