Der Geschichte auf der Spur: Die Heimatkundliche Vereinigung Spandau 1954

Nach einem Zeitzeugenaufruf konnte Karl-Heinz Bannasch unter anderem Tagebuch-Notizen eines Spandauers in Empfang nehmen, der für seinen Sohn das Kriegsende in der Zitadellenstadt beschrieb.
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Spandau. Die Vereine in der Zitadellenstadt bieten für jedes Interesse eine Betätigungsmöglichkeit – ob Sport jeder Art, Handarbeiten, Kultur und Bildung oder soziales Engagement. Eine Institution in Spandau ist die Heimatkundliche Vereinigung Spandau.

Ganz bescheiden bezeichnen sich die Heimatkundler als Spandauer Geschichtsverein. Hier machen Menschen mit, die wissen wollen, was einmal war, und was das für die Gegenwart zu bedeuten hat. Das persönliche Interesse an der Geschichte ist dabei nur eine Seite. Vom 1954 gegründeten Verein profitieren auch der Bezirk und seine Besucher.

Die Heimatkundliche Vereinigung organisiert die Führungen auf der Zitadelle, und ist zudem in der Lage, auch an anderen Orten bei Rundgängen zu zeigen, wie sich der Ort an der Havel entwickelt hat. Mit Leihgaben und Schenkungen bestücken sie den Fundus des Stadthistorischen Museums. Die Publikationen des Vereins bestehen aus den Beiträgen renommierter Historiker, die akademische Kenntnisse ans interessierte Publikum weitergeben – wie zum Beispiel anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Rathauses.

Immer wieder greifen für die Heimatkundler Gegenwart und Geschichte ineinander. Aktuell sichtet Karl-Heinz Bannasch, Vorsitzender der Heimatkundlichen Vereinigung Spandau, den Nachlass des 2014 verstorbenen Werner Salomon (SPD), der die Geschicke der Zitadellenstadt von 1979 bis 1992 als Bürgermeister lenkte. Ein Zeitzeugenaufruf zum Kriegsende in Spandau erbrachte 2015 noch mehr als 20 Rückmeldungen.

In diesem Jahr greifen die Heimatkundler weit über Spandau hinaus aus. Sie sind Partner eines Gemeinschaftsprojektes mit dem Brandenburg-Preußen Museum Wustrau und dem Historischen Museum Elk in Polen. Ende Mai eröffnet in Wustrau und im Spandauer Rathaus eine Gemeinschaftsausstellung, die in Brandenburg „Polen und Preußen“ heißt und in Spandau „Germania Slavica – Die slawische Geschichte Berlin und Brandenburgs“. Die Ausstellungen werden ergänzt von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Symposien, Konzerten und Lesungen, an dem deutsche und polnische Wissenschaftler, Künstler und Autoren beteiligt sind. CS

Informationen über die Heimatkundler gibt es unter www.geschichte-spandau.de.
Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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