B.-Traven-Gemeinschaftsschule kehrt zum Unterricht zurück
"Immer ein Schüler Abstand"

Mit reichlich Abstand sitzen die Schüler im Unterricht. Die höheren Klassen werden in zwei Kleingruppen aufgeteilt.
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Spandaus Schulen fahren nach der Corona-Zwangspause wieder hoch – mit der nötigen Distanz. „Immer ein Schüler Abstand“ lautet auch an der B.-Traven-Gemeinschaftsschule die neue Regel.

Vor dem Haupteingang der B.-Traven-Gemeinschaftsschule stehen vier Jugendliche und warten. Svenja Wielewicki lässt jeden nur einzeln rein. Drinnen müssen sich die Schüler unter Aufsicht der Lehrerin die Hände desinfizieren. Bunte Stoffmasken liegen bereit. Die haben die Schulhelferinnen in der Nähwerkstatt genäht. Wer will, kann sich eine mitnehmen. Auch Svenja Wielewicki trägt Mundschutz. Auf dem Weg ins Klassenzimmer empfängt ein Willkommens-Banner die aus dem Homeschooling zurückkehrenden Schüler. Flure und Treppen sind mit roten Absperrbändern aus dem Baumarkt beklebt. Und alle paar Meter erinnern Schilder an die nötige Distanz: „Immer ein Schüler Abstand, bitte“.

Drei Reinigungskräfte
sind permanent unterwegs

Für rund 200 Zehnt- und Neuntklässler hat die B.-Traven-Gemeinschaftsschule bisher wieder ihre Tore geöffnet. „Ich bin positiv überrascht, wie diszipliniert sich unsere Schüler verhalten“, sagt Schulleiter Philipp Wendland. Viele kommen mit Maske, obwohl der Mundschutz keine Pflicht ist, und waschen sich regelmäßig die Hände. „Mit den Hygienemaßnahmen läuft es bei uns gut“, sagt Wendland. In jeder Pause gehen drei Reinigungskräfte durchs Schulhaus, desinfizieren Tische, Lichtschalter oder Türklinken in den Klassenräumen. Den Auftrag dazu haben die Putzfirmen vom Schulamt bekommen. 50 Liter Desinfektionsmittel stehen im Keller der Schule. „Das reicht erst mal“, sagt Wendland. Er geht davon aus, dass Nachschub kommt.

Unterrichtsstunden auf 30 Minuten verkürzt

Unterricht während der Corona-Pandemie heißt aber nicht nur die Hygieneregeln zu beachten. Die Schule muss es schaffen, möglichst viele Schüler in möglichst vielen Fächern mit einer begrenzten Zahl Lehrer zu unterrichten. Denn bald schon kehren die nächsten Jahrgänge zurück. Eine Lösungsformel lautet deshalb, weiter Präsenz- und Onlineunterricht zu kombinieren. So werden die Zehntklässler bisher nur montags und mittwochs beschult. Dazu beginnt der Unterricht zeitversetzt. Die erste Klasse startet um 7.45 Uhr, die nächste eine halbe Stunde später und so weiter. Damit die Schule für alle spätestens um 14.45 Uhr aus ist, hat der Schulleiter die Stundentafel verkürzt. „Statt bisher vier Stunden haben die Schüler nur zwei Stunden Englisch“, nennt Philipp Wendland ein Beispiel. Das gelte auch für die Hauptfächer Deutsch oder Mathematik. Außerdem dauert eine Schulstunde jetzt nur noch 30 Minuten. Die Neuntklässler wiederum werden dienstags und donnerstags unterrichtet. Wer eine zusätzliche Fremdsprache lernt oder Förderunterricht braucht, kommt am Freitag. „Wie es konkret abläuft, wenn alle 575 Schüler wieder da sind, müssen wir schauen“, sagt der Schulleiter. Bisher braucht er jede Woche einen neuen Stundenplan.

Bald könnte es eng werden

In einem Klassenzimmer findet gerade WAT-Unterricht statt. Acht Mächen und Jungen sitzen an Einzeltischen mit reichlich Abstand im Raum verteilt. Eigentlich gehören 26 Schüler zur 9. Klasse. Aber um die Abstandsregelungen einzuhalten, wurden sie in Gruppen aufgeteilt. Wie auch die anderen drei 9. Klassen und die vier 10. Klassen der Gemeinschaftsschule. Das bindet zusammen 16 Klassenzimmer. Wenn als nächstes die Erst-, Fünft- und Siebtklässler kommen, könnte es eng werden, denn die Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe hat nur 20 Klassenzimmer. „Dann werden wir die Räume zeitversetzt doppelt belegen müssen“, sagt Wendland. Wegen der gründlichen Reinigung sieht er hier aber kein Hygieneproblem. In den zwei erste Klassen will der Schulleiter zudem mehr Personal einsetzen. Das kann das Abstandsgebot bei den Jüngsten besser überwachen.

"Wir schaffen den Unterrichtsstoff"

Obwohl die Situation nicht einfach ist, hat sich das Schulteam auf die besondere Corona-Zeit eingestellt. „Es funktioniert“, sagt Philipp Wendland. Von Wochenendunterricht, Ausfall der Sommerferien oder einem verlängerten Schuljahr bis Januar 2021 hält er deshalb nichts. Die Belastungen seien für Schüler und Lehrer jetzt schon groß genug. „Es ist eine Herausforderung, ja“, sagt Wendland. „Aber wir schaffen den Unterrichtsstoff. Mit zwei Präsenztagen und dem Homeschooling ist das nach heutigem Stand machbar.“ Mut macht der Schulleiter auch den Eltern. Mit einem Video-Gruß auf der Homepage. Auch das ist Schule während der Corona-Pandemie.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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