"Wir brauchen eine Ampel"
Initiative will den Schulweg in Gatow für Kinder sicherer machen

Haben mehr als 600 Unterschriften gesammelt: Harald Simons, Nina Rodde und Anette Simons (v.l.).
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Mehr als 600 Gatower fordern eine Ampel für die Schüler der Grundschule „Am Windmühlenberg“. Dort, wo der Groß-Glienicker Weg in den Kladower Damm mündet, soll sie stehen.

Sie haben mit Plakaten demonstriert, an die Verkehrssenatorin geschrieben und mehr als 600 Unterschriften gesammelt. Doch bisher ohne nennenswertes Ergebnis. Deshalb macht die Gatower Initiative „Wir brauchen eine Ampel“ ihr Anliegen jetzt öffentlich.

Viele Kinder der Grundschule „Am Windmühlenberg“ müssen am Groß-Glienicker Weg/Ecke Kladower Damm auf ihrem Schulweg den viel befahrenen Kladower Damm überqueren. Das betrifft besonders die Schüler, die mit dem Bus aus Kladow, Hohengatow, Wilhelmstadt oder dem östlichen Gatow kommen. An dieser Kreuzung sei vor allem morgens und nachmittags der Berufsverkehr so stark, dass sich dort Auto an Auto reihe, haben die Eltern beobachtet. Die Kurve der Straße Alt-Gatow schränke die Sicht zusätzlich ein. „Es kommt zu langen Wartezeiten für die Fußgänger, bevor sich eine Lücke zum halbwegs sicheren Überqueren des Kladower Damms ergibt“, sagt Nina Rodde von der Initiative.

Die Bushaltestelle Alt-Gatow gegenüber der Einmündung des Groß-Glienicker Wegs in den Kladower Damm verschärfe die Situation zusätzlich. Denn die Haltestelle werde in relativ kurzen Takten bedient. „Sowohl vor als auch hinter den Bussen ist die Sicht schlecht, und es kommt immer wieder zu haarsträubenden Situationen sowohl für die Schulkinder als auch für Erwachsene“, so Nina Rodde. Laut Initiative ist es an der Straßenkreuzung bereits zu mehreren Unfällen auch mit Kindern gekommen.

Deshalb fordern die Gatower an der Kreuzung dringend eine Bedarfsampel. Dafür haben sie zu Beginn des aktuellen Schuljahres mehr als 600 Unterschriften gesammelt. „Gatow hat ohne Hohengatow weniger als 3000 Einwohner. In Relation dazu sind mehr als 600 Unterschriften ein deutliches Signal an die Politik, das es verdient, gehört zu werden.“ Zumal Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) genau im September 2018 und damit im Zeitraum der Unterschriftenaktion die Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung zur Fußverkehrsförderung vorgestellt hatte, so die Initiative weiter. „Trotz dieser Bekenntnisse des Senats zur Förderung des Fußverkehrs haben wir bisher weder die Gelegenheit bekommen, der Senatorin die Unterschriften zu übergeben, noch gab es irgendeine Reaktion auf unsere zwei E-Mails.“ Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl der Verkehrstoten sei das nicht nachvollziehbar.

Angeschrieben haben die Gatower auch den „FUSS e.V.“ (Fachverband Fußverkehr Deutschland), das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). „Wir unterstützen das Ansinnen, Fußverkehr muss sicherer werden“, schreibt Stefan Lieb von „FUSS“ zurück. „An die Verkehrsplaner beim Senat appellieren wir: Handeln Sie rasch, bevor es zu einem schrecklichen Unfall kommt.“ Auch das Bezirksamt unterstützt das Anliegen. „Wir werden beim Land für diese Ampel werben“, sagt Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Denn zuständig sei die Verkehrslenkung Berlin (VLB), die bei der Verkehrssenatsverwaltung angesiedelt ist.

Bevor die VLB einer Ampel zustimmt, wird in der Regel erst der Verkehr gezählt. Aber selbst wenn die Ampel dann angeordnet wird, kann es erfahrungsgemäß dauern.

Haben mehr als 600 Unterschriften gesammelt: Harald Simons, Nina Rodde und Anette Simons (v.l.).
Wollen eine Ampel: Anette Simons, Harald Simons, Nina Rodde und Mathias Stieb (v.l.).

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