Dürre macht den Wald kaputt
Laut aktuellem Waldzustandsbericht sind nur noch sieben Prozent der Bäume gesund

Auch eine Berliner Sehenswürdigkeit: Die Stadt verfügt über riesige Waldbestände und gehört somit zu den grünsten in Europa. Hier der Blick auf Grunewald, Teufelsberg und Olympiastadion.
  • Auch eine Berliner Sehenswürdigkeit: Die Stadt verfügt über riesige Waldbestände und gehört somit zu den grünsten in Europa. Hier der Blick auf Grunewald, Teufelsberg und Olympiastadion.
  • Foto: Christian Hahn
  • hochgeladen von Hendrik Stein

Der 25. April ist der Tag des Baumes. An diesem werden traditionell in aller Welt Bäume gepflanzt, um unter anderem auf die Bedeutung des Waldes für Mensch und Tier, für das Klima, aber auch für die Wirtschaft aufmerksam zu machen.

Diese Aufmerksamkeit ist auch dringend nötig. Denn um die Wälder steht es schlecht - nicht nur in weiter Ferne, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Dass der Zustand der Berliner Wälder besorgniserregend ist, geht aus dem Waldzustandsbericht für das Jahr 2020 hervor. „Der Berliner Wald leidet sicht- und messbar unter der Erderhitzung. Lange Trockenheitsphasen und hohe Temperaturen im dritten Jahr in Folge setzen unserem Wald enorm zu“, sagt Umweltsenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen). Noch nie waren seit Beginn der Erhebungen 1991 so viele Bäume krank. Nur noch sieben Prozent sind laut Bericht ohne sichtbare Schäden (im Vorjahr waren es noch acht Prozent).

Unter drei Jahren großer Hitze haben vor allem die Kiefern zu leiden. Sie machen 60 Prozent der Berliner Waldbäume aus. 2,7 Prozent aller Bäume sind abgestorben. Das ist 2020 ein neuer Höchststand. Lediglich Eichen konnte sich „auf schwachem Niveau leicht erholen“, heißt es in dem Bericht.

Mehr Geld und Personal

Gegen das Waldsterben will der Senat „mit einem groß angelegten Mischwaldprogramm, ökologischer Bewirtschaftung, deutlich mehr Personal und Geld entgegensteuern“, so Günther. Der Wald sei wichtig für das Stadtklima, die Artenvielfalt und als Erholungsort. Im Rahmen des Mischwaldprogramms wurden im Herbst 2019 in den Berliner Wäldern insgesamt 468.240 Bäume gepflanzt, von denen mehr als 80 Prozent angewachsen sind. Die vereinzelten Regenfälle im Jahre 2020 hätten dabei größere Verluste in den Frühjahrs- und Sommermonaten verhindert. Im Herbst 2020 wurden weitere 425.000 Bäume und Sträucher – vor allem Laubbaumarten wie Eichen, Buchen, Hainbuchen, Linden und Ahorne – gepflanzt. Berlin pflanzt jedes Jahr im Rahmen des Mischwaldprogramms auf 100 Hektar neue Bäume. Für Waldumbau, Waldbrandvorsorge und Pflege stehen den Berliner Forsten bis Ende 2021 zusätzlich drei Millionen Euro zur Verfügung. Der Senat will zudem 20 weitere Forstarbeiter einstellen, „um die wachsenden Aufgaben der Verkehrssicherung in den Erholungswäldern und den Umbau zu klimastabilen naturnahen Mischwäldern zu bewerkstelligen“.

Berlin ist eine sehr grüne Stadt und hat europaweit die größten Waldbestände. Knapp ein Fünftel der Landesfläche ist Wald. Mit insgesamt 16.000 Hektar Wald ist Berlin der größte kommunale Waldbesitzer Deutschlands. Zu den Berliner Forsten gehören der Grunewald, der Spandauer und Tegeler Forst, der Bucher Forst und die Köpenicker Wälder als größter zusammenhängender Stadtwald. Der vollständige Waldzustandsbericht Berlin 2020 findet sich im Internet auf https://bwurl.de/16go.

In einer Artikelserie werden sich die Berliner Woche und das Spandauer Volksblatt in den nächsten Wochen weiter mit dem Thema Wald beschäftigen und seiner Bedeutung als Lern-, Erholungs- und Wirtschaftsort nachgehen.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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