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Der „Wolkenhain“ pfeift

Von der Aussichtsplattform „Wolkenhain“ geht bei bestimmten Windrichtungen und Windstärken ein lauter Pfeifton aus.
Von der Aussichtsplattform „Wolkenhain“ geht bei bestimmten Windrichtungen und Windstärken ein lauter Pfeifton aus. (Foto: hari)

Hellersdorf. Ein seltsamer Pfeifton erschreckt Anwohner des Kienbergs um die Suhler Straße. Das Pfeifen kommt von der Aussichtsplattform „Wolkenhain“.

Das Pfeifen trat erstmals im vergangenen Winter auf. Da war der „Wolkenhain“ gerade fertiggestellt. Wenige Wochen später meldeten sich die ersten Anwohner bei der Grün Berlin GmbH und beschwerten sich über den unangenehm klingenden Pfeifton.

Im Sommer dieses Jahres untersuchten Schallexperten der Technischen Universität Berlin im Auftrag der Grün Berlin GmbH um das seltsame Phänomen. Inzwischen wissen diese, wie groß das Loch sein muss, durch das der Wind bläst. Am Wolkenhain genau verorten konnten sie es aber noch nicht. Denn während des Sommers war das Pfeifen nicht zu hören.

„Pünktlich mit dem Ende der IGA war es wieder da“, sagt Anwohner Georg Voss. Er vermutet, dass es sich mit den stärkeren Herbstwinden wieder gemeldet hat. „Es klingt ein wenig wie das Pfeifen einer alten Dampflokomotive“, schildert Voss seinen Eindruck. Der Ton sei unangenehm laut. Deshalb habe er sich auch an das Umweltamt des Bezirks gewandt. „Von dort bekam ich aber nur eine ausweichende und vertröstende Antwort“, erzählt er.

Die Schallexperten des Instituts für Strömungsmechanik und Technische Akustik der TU Berlin haben Messungen vorgenommen, um die Quelle der Geräusche zu finden und ihre Stärke zu bewerten. Hierdurch soll geklärt werden, ob die Lärmemissionen dem Berliner Umweltschutzbestimmungen widersprechen. Davon hängt wiederum ab, was unternommen werden muss, um den sporadisch auftretenden Lärm abzustellen.

Die Unbeständigkeit des Phänomens erschwert die Messungen. Es tritt nur bei bestimmten Windrichtungen und bei bestimmten Windgeschwindigkeiten auf. Die Quelle befindet sich jedenfalls am Wolkenhain. Deren Größe konnten die Akustiker anhand der festgestellten Frequenzhöhe bereits bestimmen: Es handelt sich um einen Hohlraum von 13 Kubikzentimeter Größe. Das kann unter Umständen eine Aussparung, ein Loch oder ein Metallwinkel an der Verkleidung sein.

„Allerdings war es noch nicht möglich, festzustellen, wo genau sich die Quelle des Lärms am Wolkenhain befindet“, sagt Bettina Riese von der Pressestelle der Grün Berlin GmbH. Hierzu seien erneut Messungen eingeleitet. Der Kienberg müsse um den Wolkenhain mit wetterfesten Mikrofonen bestückt werden, die für eine längere Zeit als bisher Messwerte liefern. hari

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