Heimat und Familie gefunden: Mekonnen Shiferaw fühlt sich längst als Deutscher

Mekonnen Shiferaw lebt seit rund 35 Jahren in Deutschland. Zusammen mit seiner Frau Jeanette hat er drei Kinder und drei Enkelkinder.
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Hellersdorf. Mekonnen Shiferaw gehört als Geschäftsführer des Vereins Babel e.V. zu den prominentesten Migranten im Bezirk. Der gebürtige Äthiopier hat in Marzahn-Hellersdorf seine Heimat gefunden.

Das von diesem Verein betriebene „Haus Babylon“, Stephan-Born-Straße 8, kann man auch als Shiferaws Lebenswerk bezeichnen. Das 1996 eröffnete Haus ist Zentrum der interkulturellen Integrationsarbeit im Bezirk. Shiferaw bekam als einer der ersten Migranten in Deutschland 2010 die damals neu geschaffene Integrationsmedaille der Bundesrepublik verliehen. Im kommenden Jahr tritt er für die SPD bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus an.

Der gebürtige Äthiopier kam 1980 in die DDR, um Journalismus zu studieren. In Berlin lernte er seine Frau Jeannette kennen, mit der er drei Kinder hat. Inzwischen gibt es drei Enkelkinder, die gleichfalls in Berlin aufwachsen. „Natürlich ist Deutschland meine Heimat“, sagt der mehrfache Vater und Großvater. Rund 20 Jahre seines Lebens verbrachte er in Äthiopien, fast die doppelte Zahl an Jahren lebt er schon in Deutschland.

Shiferaw ist mittlerweile mental auch mehr Deutscher als Äthiopier. Das merkt er besonders, wenn er in seinem Geburtsland zu Besuch ist und eine Verabredung erst ein oder zwei Stunden nach dem vereinbarten Termin am Treffpunkt ist. „Deutsche Ordnung und deutsche Pünktlichkeit sind mir ins Blut übergegangen“, sagt er und ein Lächeln wandert dabei über sein Gesicht.

An Deutschland schätzt er nicht nur den vergleichsweise hohen Lebensstandard. „Das ist alles relativ“, erklärt er. Ein studierter Mensch wie er, der habe in einem afrikanischen Land wie Äthiopien eine hervorragende Stellung und ein hohes Einkommen. Für Shiferaw ist wichtig, dass er und seine Familie in Deutschland gut leben können. Hierzu gehört besonders die Anerkennung seiner Kinder und Enkelkinder als selbstverständliche Mitglieder der deutschen Gesellschaft. Dass sie Berliner sind, dass sie nicht mehr gefragt werden, woher sie kommen und ob sie bleiben wollen. hari

Diese und noch viele andere „Heimatgeschichten“ finden Sie auf berliner-woche.de/themen/was-ist-heimat.
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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