Sinnlos und gefährlich
Erneut Ärger um einen neuen Radweg in Steglitz-Zehlendorf

Die Parkspur ist für Lastwagen viel zu schmal. Radfahrer müssen ausweichen und gleichzeitig noch auf den motorisierten Verkehr achten. Die Gefahr eines Unfalls ist groß.
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  • Die Parkspur ist für Lastwagen viel zu schmal. Radfahrer müssen ausweichen und gleichzeitig noch auf den motorisierten Verkehr achten. Die Gefahr eines Unfalls ist groß.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

Steglitz-Zehlendorf ist auf dem besten Weg, der Bezirk mit den merkwürdigsten Radwegen zu werden. Nach dem Zickzack-Radweg in der Leo-Baeck-Straße gibt es nun im Dahlemer Weg einen weiteren Radweg, der bei vielen Bürgern Kopfschütteln auslöst.

Der Zickzack-Radweg in Zehlendorf wurde gerade erst wieder begradigt, da taucht an anderer Stelle das nächste Kuriosum auf. Auf dem Dahlemer Weg wurde im Zuge von Bauarbeiten zwischen Curtius- und Robert-W-Kempner-Straße auf der Fahrbahn ein Radstreifen angelegt. Der ist nach Ansicht der Anwohner und Nutzer nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich. Im Seitenbereich des Gehweges gibt es bereits einen Radweg, der nach Ansicht der Nutzer auch völlig ausreiche.

„Der neue Radweg ist nur was für abenteuerlustige Hardcore-Radfahrer“, ärgert sich Friedrich F. Zuther. Der markierte Radstreifen verläuft auf der Straße zwischen einer Parkspur und der Hauptfahrbahn. Ein Problem dabei ist, dass der Parkstreifen so schmal ist, dass breite Fahrzeuge in den Radstreifen hineinragen. LKWs dürften hier aufgrund dessen gar nicht mehr parken.

Gefährlich wird es für Radfahrer und den motorisierten Verkehr an der Einmündung zur Robert-W.-Kempner-Straße. Die Radspur wird zwischen den Rechtsabbiegern und dem Geradesausverkehr weitergeführt. Dabei müssen Rechtsabbieger den Radweg kreuzen, um auf die Abbiegespur zu kommen. Das wiederum ist wegen der durchgehenden Linie auf der Fahrbahn erst in der Mitte der Einmüdung zur Robert-W.-Kempner-Straße möglich. „Außerdem wurde die Markierung so eckig angelegt, dass sie regelmäßig überfahren wird. LKW hätten gar keine Chance in der Spur zu bleiben und befahren zwangsläufig den Radstreifen“, erklärt Zuther. Radfahrer brauchen starke Nerven. Aus Gründen der Sicherheit wird nun der alte Radweg wieder eifrig von den Radlern genutzt. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten. Wegen des neuen Radstreifens auf der Fahrbahn, sind die Auffahrten zum alten gekappt worden. Man muss also erst einen Randstein überwinden. An der Einmündung zur Robert-W.-Kempner-Straße wird es ganz heikel. Hier wurde mitten auf dem Radweg ein Laternenmast installiert. Damit nicht etwa jemand dagegen fährt, sei das Radwegpflaster später entfernt worden, so die Beobachtungen von Friedrich Zuther. Nutzer des alten Radweges landen im sicheren Abstand zum Laternenmast im Sand, falls sie die Kurve nicht kriegen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Berliner Straße/Unter den Eichen gibt es überhaupt keine Radspur. Radfahrer müssen auf den Fußweg ausweichen. Laut Stadträtin Maren Schellenberg sollte der Radweg direkt am Bordstein angelegt werden, um das Parken zu unterbinden. Das beauftragte Unternehmen habe es versäumt, die verkehrsrechtliche Anordnung für ein Halteverbot im Bereich der S-Bahnbrücke einzuholen. Inzwischen sind die Anträge eingereicht und werden bearbeitet. „Zwischenzeitlich wurde dafür gesorgt, dass die Gehwege bis zum Ende der Markierungsarbeiten für den Radverkehr freigegeben sind“, teilt Schellenberg weiter mit.

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