Toben und spielen mit „Waldi“
Parkour-Weltmeister trainiert autistische Kinder im Jump3000

Ronja (5) zeigt Oskar und Julian (beide 8) sowie Trainer „Waldi“ Müller (v.l.n.r.) im Jump3000, wie toll sie springen kann.
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  • Ronja (5) zeigt Oskar und Julian (beide 8) sowie Trainer „Waldi“ Müller (v.l.n.r.) im Jump3000, wie toll sie springen kann.
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Eine Begleiterscheinung von Autismus ist verstärkte Reizempfindlichkeit. Autistische Kinder bleiben deshalb oft von Sport und Spiel mit anderen Kindern ausgeschlossen. Um diese Isolation zu durchbrechen, gibt es zum Beispiel die „Igelecke“ im Jump3000.

Dieser Bereich im Mahlsdorfer Indoor Parkour- und Trampolinpark ist sonnabends vor Beginn der offiziellen Öffnungszeiten ausschließlich einer Gruppe mit autistischen Kindern vorbehalten. Mit dem auch „Ruhige Stunde“ genannten Training soll autistischen Kindern die Möglichkeit gegeben werden, sich einmal in der Woche richtig auszutoben und dabei ungestört von fremdem Lärm zu sein. „Dazu haben diese Kinder sonst nur wenige Gelegenheiten“, erläutert die Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Vereins White Univorn, Stephanie Fuhrmann. Umso mehr würden die Kinder, die einmal wöchentlich an dem Training in der Indoorhalle teilnehmen, diese Möglichkeit genießen.

Der Verein White Unicorn vertritt die Interessen von Autisten und wurde 2015 in Mahlsdorf gegründet. Er hat sich als Ziel gesetzt, autistischen Kindern einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen. Hierzu gehört, dass sie zu normalen, allgemein akzeptierten Schulabschlüssen kommen. Da diese Kinder besonders reizempfindlich sind, sind sie oft in den Regelunterricht schwer zu integrieren. Deshalb organisiert der Verein für sie Fernunterricht mit Telepräsenz in Regelklassen. Er hat auch die Fördermittel für das Training bei der „Aktion Mensch“ beantragt.

Außerordentlicher Ehrgeiz

Beaufsichtigt und trainiert wird die Gruppe von Waldemar Müller. Der auch von den Kindern liebevoll „Waldi“ genannte Cheftrainer im Jump3000 ist Parkourweltmeister. „Mit autistischen Kindern umzugehen, ist für mich etwas Neues, eine besondere Herausforderung“, sagt er. Es erfordere eine eigene Sensibilität. „Diese Kinder sind besonders ehrgeizig. Sie ärgern sich außerordentlich, wenn sie etwas nicht schaffen.“

Gegenwärtig nehmen im Durchschnitt zehn Kinder an diesem besonderen Training teil. „Wir haben für die Kinder die Igelecke eingerichtet, damit sie wirklich ungestört sind“, erklärt Jump300-Geschäftsführer Martin Czerwinski. Die Halle sei für alle da, auch für autistische Kinder. Zusätzlich hat die Jump3000 GmbH für die Kinder und deren Eltern T-Shirts gesponsert. Darauf ist über dem Logo von Jump3000 der Kopf einer Katze gedruckt, ein Tier, das ganz besonders gut springen kann.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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