Streit über die Alternativen: Abreißen oder schützen

Das leere Gebäude der Galerie M ist stummer Zeuge der Verödung auf der Marzahner Promenade.
  • Das leere Gebäude der Galerie M ist stummer Zeuge der Verödung auf der Marzahner Promenade.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Marzahn. Das ehemalige Gebäude der Galerie M steht seit Anfang des Jahres leer. Während die Galerie einen neuen Standort fand, sind die Perspektiven des Gebäudes unklar.

Als die massiven Baumängel entdeckt wurden, musste die Galerie M in der Marzahner Promenade 13 sofort schließen. Die Degewo stellte als Ersatz Gewerberäume in der Marzahner Promenade 46 zur Verfügung. Eine Sanierung des maroden Galerie-Gebäudes schloss die Degewo damals aus. Das Gebäude der Galerie wurde Anfang der 90er-Jahre errichtet. Es sollte eine gestalterische Lücke auf der Marzahner Promenade schließen und der Kultur auf der Promenade ein Zuhause bieten. Daher wurde es spezill für eine Galerie gestaltet. Die Degewo investierte hauptsächlich deshalb, weil der Bezirk eine langfristige Nutzungsperspektive bot. Das Bezirksamt bezahlte zuletzt jedoch keine Miete und trug nur noch einen Teil der Betriebskosten. Dies nahm die Degewo hin, um die Marzahner Promenade nicht kulturell veröden zu lassen.

Inzwischen macht der Kulturbeirat des Bezirks Druck, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Auch Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) ist an einer Sanierung des Gebäudes und dem Erhalt als Galerie interessiert. Sie möchte die Marzahner Promenade zu einer "Kunstpromenade" entwickeln, um der verödeten Geschäftsstraße neue Impulse zu geben.

Ältere Pläne sehen dagegen vor, das Gebäude in der Marzahner Promenade 13 als Bürgeramt zu nutzen. Das jetzige Bürgeramt in der Marzahner Promenade 11 ist schon lange viel zu klein. Doch die Galerieräume sind für diesen Zweck gänzlich ungeeignet. Ein neues Gebäude müsste gebaut werden, zumal wenn tatsächlich das Bürgeramt Marzahn zu einem Bürgerzentrum erweitert werden sollte. Der Stadtrat für Immobilien und Bürgerdienste, Stephan Richter (SPD), verhandelt darüber mit der Senatsinnenverwaltung. Doch die Gespräche sind noch nicht weit genug gediehen, um der Degewo einen fundierten Vorschlag zu machen.

Die Degewo bestätigt zwar, dass mit dem Bezirksamt Gespräche über die Zukunft des Gebäudes geführt werden. "Über die Inhalte äußern wir uns aber nicht", teilt Degewo-Pressesprecher Lutz Ackermann auf Nachfrage mit.

Harald Ritter / hari
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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