Initiative will Kontakte zwischen Pflegefamilien fördern

Heidi Bartsch, Jacqueline Wiewand und Marina Höner haben die Initiative gegründet.
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Marzahn-Hellersdorf. Wer fremde Kinder in Pflege nimmt, der übernimmt eine große Verantwortung. Pflegeeltern aus dem Bezirk wollen sich deshalb enger zusammenschließen und Informationen und Erfahrungen austauschen.

Jeder Mensch, jedes Kind ist ein besonderes Wesen. Eltern von Pflegekindern müssen sich zudem Herausforderungen stellen, die "normale" Familien nicht kennen. Wie sollen sie sich gegenüber den leiblichen Eltern verhalten, die ein Recht auf Kontakt zu ihren Kindern haben? Wie gestalten sie das Verhältnis zwischen den eigenen und den Pflegekindern? Wie sollen sie reagieren, wenn das Pflegekind ein Alkoholproblem aus seiner Familie mitgebracht hat?

Um Kontakt zwischen Pflegefamilien im Bezirk herzustellen und den Austausch von Informationen zu organisieren, haben sich Eltern aus dem Bezirk zur Initiative "Pflegeeltern in Marzahn/Hellersdorf" zusammengeschlossen. "Pflegeeltern müssen viel Geduld haben und Frust aushalten, den die Pflegekinder in die Familien mitbringen", sagt Heidi Bartsch, die zu den Gründerinnen der Initiative gehört. "Wir wollen regelmäßige Treffen veranstalten, auf denen Pflegeeltern sich über ihre ganz speziellen Probleme austauschen können", erklärt sie. Es sollen zudem gemeinsame Ausflüge stattfinden. Denn auch Pflegekinder sollen sich kennenlernen. Die Initiative besteht momentan aus einem noch relativ kleinen Kreis von Pflegefamilien. Sie traf sich bisher nur zu Weihnachtsfeiern im SOS-Familienzentrum.

Gegenwärtig leben in Marzahn-Hellersdorf 244 Pflegekinder in 151 Pflegefamilien. Die Unterbringungen erfolgt auf Veranlassung des Jugendamtes, wenn die leiblichen Eltern mit der Erziehung und Betreuung überfordert oder gar Gewalt oder Missbrauch vorgekommen sind. Die Unterbringung der Kinder und die Betreuung der Pflegeeltern werden durch den Pflegekinder-Service im Auftrage des Jugendamtes organisiert.

Träger des Pflegekinderservices ist die proFam gemeinnützige Gesellschaft für Soziales mbH. Die Geschäftsführung sieht die Entstehung eines Netzwerks von Pflegeeltern als eine positive Entwicklung an, warnt aber vor falschen Vorstellungen. "Für die fachliche Beratung von Pflegefamilien bleiben wir verantwortlich", sagt Geschäftsführer Peter Heinßen.

Jugendstadträtin Juliane Witt (Die Linke) will sich Ende Januar erstmals mit der Pflegeelterninitiative treffen. "Ich freue mich und bin gespannt, was die Initiative an zusätzlicher Unterstützung und Information für die Pflegeeltern beisteuern will und kann", sagt sie.

Mehr Infos und Kontakt zur Initiative auf www.pfib-mh.de und 99 28 16 67.
Harald Ritter / hari
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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