Fahrlehrer ohne Übungsplatz

Fahrlehrer Jens Wolf am alten Übungsplatz im Hornoer Ring. Den Motorrad-Übungsplatz hat ein Investor im Sommer 2015 gekauft und einen Betrieb errichtet.
  • Fahrlehrer Jens Wolf am alten Übungsplatz im Hornoer Ring. Den Motorrad-Übungsplatz hat ein Investor im Sommer 2015 gekauft und einen Betrieb errichtet.
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Marzahn. Die Fahrlehrerinteressengemeinschaft Biker Ost (F.I.B.O.) verlor im Sommer ihren Übungsplatz im Hornoer Ring. Seither suchen sie ohne Erfolg einen neuen Platz. Das Bezirksamt soll jetzt helfen.

Die Fahrlehrer übernahmen 2007 die lange ungenutzte Industriefläche aus DDR-Zeiten. Sie konnten hier mit ihren Schülern ungestört und vor allem ungefährdet das Motorradfahren üben. Im Sommer vergangenen Jahres kaufte ein Investor das Gelände vom Land Berlin und richtete einen Betrieb ein.

Im Herbst begann die Suche nach einem neuen Übungsplatz. Sie erwies sich als schwierig. Er sollte 160 mal 60 Meter groß und aus Beton sein. Die Nachfrage indes nach Industrie- und Gewerbeflächen im Bezirk ist groß. Geeignete Flächen, die sich die Interessengemeinschaft der Fahrlehrer leisten könnte, gibt es kaum noch.

Die Interessengemeinschaft der Fahrschulen hat rund 40 Mitglieder. Sie bereiten pro Jahr rund 5000 Motorradfahrer auf das praktische Fahren vor. Unter den Mitgliedern sind größere und sehr kleine Unternehmen. „Besonders die kleinen Fahrschulen können sich eine größere Investition in einen Übungsplatz nicht leisten“, sagt Jens Wolf, Vorsitzender der Interessengemeinschaft.

Das „Trockentraining“ auf einem geschützten, von anderen Verkehrsteilnehmern nicht genutzten Gelände, sei aber wichtig. Das gelte besonders für Motorradfahrer, die auf ihren Zweirädern im Vergleich zu Autofahrern wenig geschützt sind. Und in diesem Jahr verunglückten in Berlin bereits acht Motorradfahrer tödlich. „Auch die Dekra und der Tüv bestätigen uns, dass unser Übungsplatz die Geschicklichkeit der Fahrprüflinge verbessert hat“, erläutert Wolf.

Im März endet die Winterpause für das Fahrtraining. Noch immer hat die Fahrgemeinschaft allerdings kein neues Übungsgelände gefunden. Die SPD-Fraktion hat Unterstützung angeboten. Sie stellte in der Bezirksverordnetenversammlung den Antrag, den Fahrlehrern bei der Suche nach einem geeigneten Gelände unter die Arme greifen. „Der Gesetzgeber schreibt den Motorradfahrern bestimmte Fertigkeiten bei der Beherrschung ihrer Fahrzeuge vor. Sie sollten diese auch gefahrlos erwerben können“, sagt Gordon Lemm, SPD-Fraktionsvorsitzender. hari

Mehr Informationen gibt es unter www.fibo-berlin.de.
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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