Die Ostsee vor der Haustür: Anwohner-Initiative sorgt für ein maritimes Straßenbild an der Zingster Straße

Die Projektmanagerin der Deutsche Post AG, Maria Luke (links), mit einem Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Kiezinitiative.
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  • Die Projektmanagerin der Deutsche Post AG, Maria Luke (links), mit einem Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Kiezinitiative.
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Neu-Hohenschönhausen. Von der Neubausiedlung aus gesehen ist die Ostsee gar nicht weit. Dabei heißt das Viertel mit den zwanziggeschossigen Hochhäusern nur inoffiziell "Ostseeviertel". Warum, erkennt jeder, der hier spazieren geht.

Ihm werden dabei nicht nur die nach den Ostseebädern benannten Straßen auffallen. Die Anwohnerinitiative "Kiezaktiv im Ostseeviertel" engagiert sich seit zwei Jahren für ein buntes Straßenbild an der Zingster Straße. An jeder Straßenecke stolpert der aufmerksam Flaneur über bunte Bilder aus Zingst, Ahrenshoop, Nienhagen oder Dierhagen. Rund 50 Stromkästen und Postablagekästen wurden in den vergangenen zwei Jahren kunstvoll gestaltet.

"Die ersten Kästen sind am Prerower Platz entstanden", weiß Wolfgang Horn. Der 77-Jährige hat das Graffiti-Projekt "Buntes Ostseeviertel" zusammen mit Jugendlichen angestoßen. "Schnell haben uns Anwohner unterstützt", sagt Horn. Denn die schmuddeligen grauen Kästen empfanden viele als unansehnlich. Den Kästen nicht nur ein kunstvolles Aussehen zu geben, sondern auch ein Stück Kiezidentität zu schaffen, war das Ziel des Projektes. "Die meisten Motive zeigen die Sehenswürdigkeiten oder Wappen der Ostseebäder", berichtet Horn. So war "Kiezaktiv" nicht nur die Unterstützung der Anwohner sicher. Mittlerweile beteiligen sich auch viele Kitas, Grundschulen und Jugendliche aus den umliegenden Freizeiteinrichtungen bei der Graffiti-Gestaltung der Kästen. Mit dabei sind aber auch Kunst-Profis.

Darunter sind der 31-jährige Sebastian Machold und die 26-jährige Anne-Kathrin Weickert. Die beiden Graffiti-Künstler arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Ihnen ist das Projekt des "Kiezaktivs" zu einer Herzensangelegenheit geworden. Auch sie haben schon viele Motive entworfen und aufgebracht – diese sind mit der Signatur "Pigcat" versehen. "Graffiti wird sonst oft als Schmiererei empfunden. Hier können wir zeigen, dass es eine künstlerische Wandgestaltung sein kann", freut sich Sebastian Machold über die Akzeptanz des Projekts. Das wurde in der Vergangenheit nicht nur durch ehrenamtliches Engagement des "Kiezaktivs" ermöglicht, sondern auch durch viele Sponsoren und die Unterstützung des Abgeordneten Danny Freymark (CDU). "Ohne die Genehmigung der Kästen-Eigentümer und die finanzielle Hilfe der Wohnungsbaugesellschaften und Unternehmen wäre das Projekt kaum denkbar", sagt Wolfgang Horn. KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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