Mischwald statt Plantage
Pflegearbeiten im Landschaftspark Wartenberg wieder aufgenommen

Kurz hinter dem Hangenower Ring beginnt der von den Neu-Hohenschönhausenern geschätzte Landschaftspark Wartenberg.
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  • Kurz hinter dem Hangenower Ring beginnt der von den Neu-Hohenschönhausenern geschätzte Landschaftspark Wartenberg.
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Wenn in einem Rutsch zig Bäume gefällt oder rigoros zurückgeschnitten werden, ist das für Naturfreunde nie ein schöner Anblick. Manchmal sind solche Maßnahmen aber notwendig, weil es um Sicherheit geht. Und bisweilen kommen Rodungen letztlich der Natur zugute. Beides trifft laut Bezirksamt auf aktuelle Arbeiten im Landschaftspark Wartenberg zu.

Schon im Januar dieses Jahres hatte das Grünflächenamt im Landschaftspark nördlich des Hechtgrabens mit umfangreichen Pflegearbeiten begonnen – zum Schrecken mancher Anwohner wurden damals auch eine ganze Reihe Bäume gefällt.

Das Bezirksamt begründete die Maßnahmen einerseits mit seiner Pflicht, die Sicherheit für Spaziergänger gewährleisten zu müssen. Der Rückschnitt von rasch in die Höhe schießenden Gehölzen sei aber auch nötig, um den langsamer wachsenden Exemplaren mehr Raum zu geben, hieß es. Es handele sich um Maßnahmen, die schon bei der Anlage des Landschaftsparks in den Neunzigerjahren eingeplant worden seien. „Die Pflegemaßnahmen sind Teil des seinerzeit erstellten Gesamtkonzeptes zur Entwicklung stabiler, mehrstufiger Mischholzbestände in dem Gebiet“, so Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU).

Weil im Frühjahr und Sommer aus Rücksicht auf die tierischen Waldbewohner nicht gerodet werden darf, ruhten die Arbeiten seit Ende Februar. Das Schnittgut wurde – ebenfalls aus Artenschutzgründen – nicht gehäckselt, es blieb erst einmal liegen. Nun sind die Pflegemaßnahmen wieder aufgenommen worden und sollen je nach Wind und Wetter bis Ende Februar 2020 andauern. Nach Angaben des Grünflächenamtes müssen zunächst zahlreiche Exemplare des Eschenblättrigen Ahorns weichen. Der Baum ist in Deutschland nicht heimisch; Fachleute nennen das „invasiv“. In der Regel sollen sich diese Sorten hierzulande nicht noch mehr ausbreiten. Anschließend werden bis zu 20 Pappeln gefällt. Auch das Schnittgut könne nun gehäckselt und wiederverwertet werden, erläutert Nünthel. Zu guter Letzt werden noch Zäune ersetzt oder errichtet, neue Bäume gepflanzt, und es finden weitere Pflegeeinsätze an der Vegetation statt.

Vielfalt der Arten

„Die Pflegearbeiten dienen dem Schutz der Erholungssuchenden, die sich abseits der Wege aufhalten“, sagt der Stadtrat. „Die langsam wachsenden und stabilen Bäume sollen sich durch die Rodung der invasiven Arten weiterhin gesund entwickeln können.“ Das Gesamtkonzept für den Landschaftspark, das dem in Deutschland prägenden Nutzwald bewusst entgegenstehe, strebe außerdem eine Vielfalt der Baumarten an.

Der Landschaftspark Wartenberg liegt im Norden des Bezirks auf der Barnimhochfläche und umfasst etwa 250 Hektar. Bis 1968 waren in dem Gebiet fast nur Rieselfelder angelegt, danach wurde es intensiv gartenbaulich genutzt. In den Neunzigerjahren beschloss das Bezirksamt, nördlich des Hechtgrabens zwischen Malchow und Wartenberg einen Landschaftspark anzulegen – als Ausgleich zur Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen und als naturnahes Erholungsgebiet für dessen Bewohner.

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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