Bauantrag für denkmalgeschütztes Areal an der Schnellerstraße
Neue Chancen für die alte Brauerei

Die markanten Backsteinbauten sollen für Gastronomie, Büros und Handel genutzt werden.
  • Die markanten Backsteinbauten sollen für Gastronomie, Büros und Handel genutzt werden.
  • Foto: Ralf Drescher
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Kurz vor Weihnachten kam eine gute Nachricht aus dem Stadtplanungsamt. Für das Areal der früheren Bärenquell-Brauerei wurden drei Bauanträge eingereicht.

Wie Amtsleiterin Ulrike Zeidler bestätigt, sind die Bauanträge bereits am 5. November eingegangen und gehen mit einer Nutzungsänderung einher. Das Hauptprojekt betrifft das ehemalige Maschinen- und Sudhaus. Der zwei- bis sechsgeschossige Gebäudekomplex soll durch einen eingeschossigen Glasanbau ergänzt werden. Hier sollen rund 1150 Quadratmeter Einzelhandelsfläche, 1250 Quadratmeter Fläche für Events und rund 2000 Quadratmeter Bürofläche entstehen. In Haus J, dem ehemaligen Verwaltungsbau, soll Gastronomie unterkommen. Dafür sind rund 560 Quadratmeter in Unter- und Erdgeschoss gedacht. Im Obergeschoss sind Büroflächen geplant. Auch das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Beamtenwohnhaus (Haus K) soll für Büronutzung hergerichtet werden. Die Gesamtinvestition ist im Bauantrag mit knapp zehn Millionen Euro angegeben. „Wegen umfangreicher Nachforderungen sind die Unterlagen derzeit noch nicht prüffähig, fehlende Unterlagen werden bis Mitte Januar erwartet“, teilt Amtsleiterin Ulrike Zeidler mit.

Bei Stefan Förster, Vorsitzender des Bezirksdenkmalrats Treptow-Köpenick, kommt die Nachricht erst einmal gut an. „Schön, dass es für den markanten Gebäudekomplex wieder eine Nutzungsidee gibt. Ich hoffe nur, dass wesentliche Teile des Denkmals erhalten bleiben und auch nicht durch Anbauten und Neugestaltung verschandelt werden. Beim Umbau der früheren Bärensiegel-Brennerei in Adlershof hat man wohl zu viel Kompromisse gemacht, dort verschwindet der Rest des Baudenkmals hinter der Werbung des Möbelhauses“, sagt Stefan Förster. Hierzu kommen aus dem Rathaus beruhigende Töne. „Es gab ja Vorgespräche mit dem Investor vor dem Stellen der Bauanträge. Wesentliche Teile der denkmalgeschützten Brauerei werden bewahrt“, versichert Ulrike Zeidler.

Der markante backsteinerne Gebäudekomplex wurde ab 1882 für die Borussia-Brauerei errichtet. Später wurde hier Schultheiß-Bier gebraut, zu DDR-Zeiten residierte an der Schnellerstraße die Brauerei Bärenquell des VEB Getränkekombinat Berlin. Im Frühjahr 1994 wurde die Bierproduktion eingestellt. Mehrere Versuche, den Standort unter Beachtung des Denkmalschutzes neu zu beleben, waren gescheitert. Zuletzt hatte Bauhaus dort einen Baumarkt errichten wollen. Nach der Übernahme des früheren Bahr-Baumarkts wenige Hundert Meter weiter vor fünf Jahren waren auch diese Pläne beerdigt worden. Seitdem war der Gebäudekomplex immer mehr „Spielwiese“ für Abenteuertouristen und Hobbyfotografen. Mehrmals musste die Feuerwehr Brände löschen.

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