Im Schwimmbecken auf Motivjagd
Elena Weinhold zeigt ihre ungewöhnlichen Fotos

Fotografin Elena Weinhold mit ihrer gleichaltrigen Mittelformatkamera. Sie wird statt mit Speicherkarten noch mit Rollfilm bestückt.
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  • Fotografin Elena Weinhold mit ihrer gleichaltrigen Mittelformatkamera. Sie wird statt mit Speicherkarten noch mit Rollfilm bestückt.
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Die vor gut einem Jahr eröffnete Galerie Schöne Weide ist immer mal wieder für eine Überraschung gut. Elena Weinhold (22) ging für viele ihrer aktuellen Motive unter Wasser.

Allerdings sind nicht die Fische am karibischen Riff ihr Motiv, sondern Menschen, bekleidet und unbekleidet. Dabei entstehen recht phantasievolle Bilder. „Ich will zeigen, wie die Modelle auf mich wirken, und auch abbilden, wie meine Arbeit auf die Porträtierten wirkt“, erklärt Elena Weinhold.

Die Berlinerin hat bereits als Schülerin fotografiert, kurz vor dem Abitur war klar, dass sie einen kreativen Beruf ergreifen will. Von 2015 bis 2018 hat sie dann an der privaten Best-Sabel-Schule an der Köpenicker Lindenstraße Fotodesign studiert. „Bereits im ersten Jahr dort habe ich mich für inszenierte Porträts interessiert“, erklärt die Fotografin.

Kamera in der Tüte

In den Pool steigt sie nur mit Taucherbrille, auf Flossen oder Schnorchel verzichtet sie. Rund 30 Sekunden hat sie dann für eine Porträtserie. „Ich benutze eine Digitalkamera, die kommt in eine Art wasserdichte Tüte. Ich stelle die Serienbildfunktion ein, damit ich wirklich jeden Augenblick unter Wasser einfange“, erzählt Elena Weinhold. Über Wasser greift sie dagegen oft zu fast schon historischen Fotogeräten. Denn die japanische Mittelformatkamera für das Format 4,5 mal 6 Zentimeter ist ungefähr so alt wie die Fotografin, gut zwei Jahrzehnte. „Ich experimentiere gerne mit älteren Filmen von verschiedenen Herstellern. Ich habe bereits mit Orwo-Filmen fotografiert. Die wurden hergestellt, als ich noch gar nicht auf der Welt war“, erzählt Elena Weinhold.

„Musen sind die Schutzgöttinnen der Künste und im alltagssprachlichen Gebrauch Personen, die andere Menschen zu kreativen Leistungen anregen. Elenas Musen sind beides. Die abgebildeten Personen haben die Fotografin angeregt, zu Bildern, Momenten, Begegnungen. Was dabei entstanden ist, können wir betrachten, uns auf das Gesehene einlassen und uns ebenfalls inspirieren lassen. Elena hat eine eigene Bildsprache, die sich anlehnt an klassische Fotografie und doch unverwechselbare persönliche Züge trägt. Ihre Musen sind so klar und erhaben, dass sie sich wie ein Schirm schützend ausbreiten über der Kunst der Fotografin, jenseits von Massenware, Bilderflut und Political Correctness“, schreibt Galerist Michael Fritsch in einem Geleitwort zur Ausstellung.

Elena Weinhold möchte ihre Unterwasserporträts künftig nicht nur im Pool, sondern auch in offenen Gewässern aufnehmen. „Dazu werde ich mir technischen Rat von fotografierenden Sporttauchern einholen“, verspricht sie.

Die „Musen“ von Elena Weinhold sind noch bis 10. Mai in der Galerie Schöne Weide, Wilhelminenhofstraße 48a, zu sehen. Geöffnet ist donnerstags bis sonnabends von 12 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Infos unter www.galerie-schöne-weide.de.

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