Neue Schwellen für die Parkeisenbahn
Material für den Gleisbau wird durch Spender finanziert

Helge Schmidt lädt die Betonschwellen mit dem Gabelstapler vom Lkwab.
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  • Helge Schmidt lädt die Betonschwellen mit dem Gabelstapler vom Lkwab.
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Die Berliner Parkeisenbahn dreht seit 1956 ihre Runden durch die Wuhlheide. Ein Teil der Gleisanlagen stammt noch aus dem Jahr 1973. Dieser Bereich im Norden der Anlage muss in den nächsten Monaten erneuert werden.

Ein stürmischer Wochenbeginn am 30. September. Nacheinander rollen drei schwere Lkw durch die Wuhlheide. Jeder hat gut 20 Tonnen geladen: im sächsischen Chemnitz gefertigte Betonschwellen für das 600-Millimeter-Schmalspurgleis. „Damit werden wir unseren Nordring erneuern. Die Gleise wurden dort kurz vor den Weltfestspielen 1973 verlegt. Während die Schienen noch in Ordnung sind, fangen die Holzschwellen aber an, zu verwittern“, erklärt Bernhard Schreiber von der Parkeisenbahn. Für die 700 Meter lange Teilstrecke werden 1200 Betonschwellen benötigt. Die kosten rund 75 000 Euro. Zusammenkommen soll das Geld im Rahmen von Crowdfunding durch „Schwellenpaten“. Auch die Berliner Woche hatte dazu aufgerufen. Ende September waren über das Spendenportal im Internet bereits 934 der 1200 Schwellen symbolisch verkauft worden.

Die drei Lkw aus Chemnitz haben insgesamt 646 Schwellen nach Berlin gebracht. Zügig fährt Helge Schmidt von der Parkeisenbahn mit seinem Gabelstapler hin und her, lädt die über eine Tonne schweren Paletten mit je zwölf Schwellen ab und stellt sie am Rand des Bahnbetriebswerks auf. Dort warten sie auf den Einbau, der in der Winterpause der Parkeisenbahn beginnen soll. „Im Frühjahr 2020 kommen dann Auszubildende von BVG und Deutscher Bahn, die die restlichen Schwellen einbauen“, erklärt Bernhard Schreiber. Die Schienen der Firma Krupp, in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts für Schnellzugstrecken der Deutschen Reichsbahn gefertigt, werden übrigens wieder eingebaut. Aufgrund der geringen Belastungen durch die Schmalspurzüge sind sie kaum abgenutzt. „Das Profil der Schienenköpfe reicht noch viele Jahrzehnte“, sagt Bernhard Schreiber.

Mindestens 50 Jahre sollen die neuen Betonschwellen halten. Gefertigt wurden sie übrigens von Railbeton. Das Chemnitzer Unternehmen wurde 1937 unter dem Namen Leonhard & Sohn gegründet und war beim Bau der Reichsautobahnen dabei. Zu DDR-Zeiten wurden Betonelemente für die Eisenbahn produziert. Die Firma ist Mitgesellschafter der Parkeisenbahn Chemnitz, die ebenso wie die Berliner Bahn einst als Pioniereisenbahn fuhr.

Wie man Schwellenpate werden kann, steht unter www.parkeisenbahn.de.
Und hier sehen Sie ein kurzes Video:

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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