Für die Verlängerung der U7
"Neukölln in Bewegung" sammelt in den nächsten Monaten Unterschriften

Mitglieder und Unterstützer der Initiative: Renate Humernik von der AG Rudower Geschäftsleute, Bürgermeister Martin Hikel und Bundestagsabgeordneter Fritz Felgentreu (vorne, von links). Hinten die SPD-Bezirksverordneten Mirjam Blumenthal und Peter Scharmberg.
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  • Mitglieder und Unterstützer der Initiative: Renate Humernik von der AG Rudower Geschäftsleute, Bürgermeister Martin Hikel und Bundestagsabgeordneter Fritz Felgentreu (vorne, von links). Hinten die SPD-Bezirksverordneten Mirjam Blumenthal und Peter Scharmberg.
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Sie wollen nicht mehr abwarten, sondern Druck machen: Die neue Bürgerinitiative „Neukölln in Bewegung“ fordert die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 von Rudow bis zum neuen Flughafen in Schönefeld. In den nächsten Monaten sammeln die Mitglieder Unterschriften für ihr Anliegen.

„Wir werben seit vielen Jahren für den U-Bahn-Bau. Inzwischen ist es zehn nach zwölf“, sagt Renate Humernik von der Arbeitsgemeinschaft Rudower Geschäftsleute. Das Projekt müsse jetzt „ganz, ganz schnell“ in Angriff genommen werden. Sie und ihre Mitstreiter sind überzeugt, dass Staus und Drängeleien an den Bushaltestellen in Rudow vorprogrammiert sind, wenn der BER im Oktober eröffnet.

Eine Studie rechne mit rund 46 Millionen Fluggästen im Jahr 2030, viermal so viele wie heute, erklärt Mirjam Blumenthal, SPD-Bezirksverordnete und Mitbegründerin der Initiative. Außerdem sei von etwa 85 000 zusätzlichen Beschäftigen im und rund um den Flughafen auszugehen – viele von ihnen werden von und nach Berlin pendeln. „Sie haben ein Recht auf einen stressfreien Arbeitsweg“, so Blumenthal. Bürgermeister Martin Hikel (SPD) befürchtet ebenfalls Schlimmes: „Die Rudower Spinne wird zu sein, Stop-and-Go auf der Stadtautobahn, auch die Busse werden sich auf die Autobahn drängeln müssen, um zum Terminal zu kommen.“ Die U-Bahn-Verlängerung sei breiter Konsens im Bezirk, auch die Gemeinde Schönefeld befürworte sie eindeutig.

Er hält das Ganze für finanzierbar. Normalerweise werde von 100 Millionen Euro für einen U-Bahn-Kilometer ausgegangen, das wären also mindestens eine Milliarde Euro für die gut zehn Kilometer lange Strecke. Doch die Verbindung zum BER zu schaffen, sei nicht sonderlich aufwendig und damit wahrscheinlich kostengünstiger. Die Trasse für das erste Teilstück bis ins Rudower Frauenviertel sei schon beim Bau der Siedlung freigehalten worden, samt Platz für einen Bahnhof unter dem Lieselotte-Berger-Platz, so der Bürgermeister. Ab Landesgrenze könne die U-Bahn dann oberirdisch fahren.

Bund könnte Projekt fördern

Selbst wenn man eine Milliarde Euro für den Bau ansetze, mache das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz es möglich, dass der Bund bis zu 75 Prozent der Kosten übernehme. „Dann wären nur noch jeweils 125 Millionen für Berlin und Brandenburg übrig, das halte ich für zumutbar“, rechnet Hikel.

Unterstützung für ihr Anliegen bekommt die Initiative vom SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu. „Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass der U-Bahn-Bau kommt. Das Chaos wird nach der Eröffnung des BER so mit den Händen greifbar sein, dass es gar nicht mehr anders geht“, sagt er.
In Sachen Finanzierung gibt er Bürgermeister Martin Hikel recht. Der Bund könne entweder das Projekt mit einer beträchtlichen Summe fördern oder sogar selbst als Bauherr auftreten, dann würde die U-Bahn-Verlängerung zu einem Bundesverkehrsweg. Das müssen aber sowohl der Senat als auch die Regierung in Brandenburg wirklich wollen. „Dieses klare Bekenntnis des Landes Berlin gibt es aber nicht“, kritisiert Martin Hikel.

Machbarkeitsstudie
im Herbst erwartet

Mit Spannung erwartet werden jetzt die Ergebnisse von mehreren Machbarkeitsstudien, die der Senat beauftragt hat – unter anderem zur U7-Verlängerung und den Ausbau der U8 bis ins Märkische Viertel. Vorgestellt würden sie wahrscheinlich noch in diesem Herbst, so Hikel. Bis dahin will die Bürgerinitiative schon viele Unterschriften gesammelt haben, die dann dem Abgeordnetenhaus übergeben werden sollen. Eine Alternative zu U-Bahn sehen die Neuköllner Aktiven nicht, im Gegensatz zu vielen Grünen, die Befürworter einer Straßenbahnstrecke sind. „Eine Tram ist an anderen Stellen gut, aber nicht in Rudow. Wer zum BER will oder von dort kommt, will hier nicht umsteigen, sondern mit der U-Bahn durchfahren“, sagt Mirjam Blumenthal.

Auch wenn die Initiative ihr Anliegen durchsetzen kann, schnell wird es mit dem Bahnanschluss nicht gehen. Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) schätzt die Planungs- und Bauzeit auf 15 Jahre. „Das halte ich nicht für unrealistisch, aber die Strecke kann ja nach und nach in Betrieb gehen, wir müssen jetzt auf jeden Fall erst einmal Dampf reinkriegen“, kommentiert Hikel.

Infos zu „Neukölln in Bewegung“ unter www.u7zumBER.de, auf Facebook, Twitter und Instgram.

Mitglieder und Unterstützer der Initiative: Renate Humernik von der AG Rudower Geschäftsleute, Bürgermeister Martin Hikel und Bundestagsabgeordneter Fritz Felgentreu (vorne, von links). Hinten die SPD-Bezirksverordneten Mirjam Blumenthal und Peter Scharmberg.
Der U-Bahn-Waggon ist eine Art Maskottchen der neuen Bürgerinitiative.
Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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