Unerhörte Klänge dank Elektrizität: Ausstellung zu elektronischen Musikinstrumenten

In der Ausstellung zu sehen ist der Nachbau eines Mixturtrautoniums von Oskar Sala, das unter anderem Alfred Hitchcock in seinem Thriller "Die Vögel" einsetzte. | Foto: KEN
  • In der Ausstellung zu sehen ist der Nachbau eines Mixturtrautoniums von Oskar Sala, das unter anderem Alfred Hitchcock in seinem Thriller "Die Vögel" einsetzte.
  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Tiergarten. Das Musikinstrumenten-Museum betritt Neuland. „Noch nie wurden in unserem Haus derart komplexe, in vielen Fällen sehr seltene Objekte vorgestellt“, sagt Museumsdirektorin Conny Sybilla Restle. Bis 25. Juni lautet das Motto in der Tiergartenstraße 1: "Good Vibrations".

"Good Vibrations", benannt nach der Hitsingle der Beach Boys von 1966, in der ein Elektro-Theremin oder Tannerin zum Einsatz kam, widmet sich der Geschichte der elektronischen Musikinstrumente.

Seit den 1920er-Jahren experimentierten musisch begabte Naturwissenschaftler und naturwissenschaftlich geprägte Musiker mit den Möglichkeiten, die die Elektrizität bot. Pioniere waren Lev Sergejewitsch Termen, Erfinder des Theremin, das der Musiker mithilfe von Handbewegungen über zwei Antennen „spielt“, und Friedrich Trautwein, der das nach ihm benannte Trautonium ab 1928 baute. Seine Klangvielfalt reicht über Streicher und Orgeltöne bis hin zu menschenähnlichen Stimmen und metallischen Geräuschen. Nicht zu vergessen der Uhrmachersohn Jörg Mager und sein Sphärophon. Er präsentierte es zum ersten Mal 1926 auf dem Kammermusikfest in Donaueschingen der Öffentlichkeit. Oder Robert Moog, der Schöpfer eines der revolutionärsten Instrumente der elektronischen Musik, des Synthesizers.

"Good Vibrations" zeigt ebenfalls Sample-Instrumente, elektronische Orgeln und Synthesizer, alle seit den 1960er-Jahren entwickelt und noch heute dem Ohr wohlvertraut. Legendär sind die ausgestellten Rhythmusmaschinen, Alternativen Interfaces und Externen Controller.

Einblicke in jüngste Entwicklungen und die Zukunft der elektronischen Musikinstrumente geben beispielsweise die in der Schau präsentierten Software-Instrumente.

Das Musikinstrumenten-Museum konnte für „Good Vibrations“ aus seinen eigenen reichen Beständen schöpfen. Leihgaben aus Deutschland, Europa, Kanada und den USA ergänzen die Schau eindrücklich. Die Ausstellung wurde vom Senat großzügig aus dem Hauptstadtkulturfonds unterstützt. Die gelungene Ausstellungsgestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste. Die elektronischen Musikinstrumente, so Direktorin Restle, hätten, anders als filigran gebaute Geigen, eine Ästhetik, an der man sich „reibt“.

Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzt. Dazu gehören Workshops für Erwachsene und Kinder sowie Konzerte prominenter Künstler. So treten am 22. April um 18 Uhr Benoît and the Mandelbrots auf. Zum krönender Abschluss der Ausstellung geben Tangerine Dream am 24. Juni, 19 Uhr, ein Konzert. Der Eintritt kostet 14 Uhr, ermäßigt acht Euro. KEN

Alle Informationen zur Ausstellung unter www.sim.spk-berlin.de/good_vibrations_1643.html.
Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

19 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Hüft- und Knieschmerzen müssen nicht sein.  | Foto: AdobeStock_197992483

Infoabend für Patienten
Schluss mit Hüft- und Knieschmerzen!

Leiden Sie unter Hüftschmerzen, die Ihr Leben dauerhaft beeinträchtigen? Oder schmerzt das Knie bei jedem Schritt? Dann lassen Sie sich nicht länger quälen! Wir laden Sie herzlich zu unserem Infoabend ein, bei dem Sie die neuesten Wege zur Befreiung von Hüft- und Knieschmerzen entdecken können, ohne sich vor dem Eingriff fürchten zu müssen. Unser renommierter Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums, Tariq Qodceiah, wird Sie durch die modernsten Methoden...

  • Westend
  • 26.03.24
  • 170× gelesen
Jobs und KarriereAnzeige
Foto: VEAN TATTOO
4 Bilder

Tattoo-Kurse
Ausbildung für Topberuf des letzten Jahrzehnts

Eine Frage, die immer aktuell ist, auch wenn man schon vor langer Zeit erwachsen ist. Sehr oft entscheiden wir uns aufgrund des sozialen Drucks für einen Beruf. Wie oft haben Sie sich gefragt, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie auf sich selbst gehört hätten? VEAN TATTOO hat diese wichtige Frage vor zwölf Jahren ehrlich für sich selbst beantwortet und reicht daher ohne Zweifel allen, die über ihren ersten oder neuen Beruf nachdenken, eine helfende Hand. Es liegt an Ihnen, zu entscheiden,...

  • Mitte
  • 25.03.24
  • 351× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Seinen Füßen sollte man sehr viel Aufmerksamket schenken.

Infos für Patienten
Thema: „Rund um den ganzen Fuß"

Haben Sie Ihren Füßen jemals gebührende Aufmerksamkeit geschenkt? Oft vernachlässigen wir sie, solange sie funktionieren und schmerzfrei sind. Doch wenn Probleme auftreten, wird uns die Bedeutung dieses komplexen Körperteils schlagartig bewusst. Unsere zertifizierten Fußchirurgen geben Ihnen einen tiefen Einblick in die Anatomie des Fußes und beschäftigen sich gezielt mit Problemen wie Fehlstellungen und Verletzungen mit innovativen Lösungsansätzen für diese häufig auftretenden Probleme....

  • Pankow
  • 06.03.24
  • 1.319× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Mit zunehmendem Alter stellen sich oft auch Fragen zur Sicherheit von Narkosen. Wir beantworten Ihre Fragen gern. | Foto: Volkmar Otto

Sicherheit während der OP
Wie sicher sind Narkosen im Alter?

Im Laufe unseres Lebens steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Operation benötigen. Doch mit zunehmendem Alter stellen sich oft auch Fragen zur Sicherheit von Narkosen. Zum Beispiel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere Lungenkrankheiten oder Demenz die Narkoseverträglichkeit beeinflussen. Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Fragen und Bedenken mit uns zu teilen. Unser Ziel ist es, Ihnen die Angst vor der Narkose zu nehmen und Ihnen ein Verständnis dafür zu vermitteln, wie wir Ihre...

  • Reinickendorf
  • 13.03.24
  • 1.151× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.