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Wanderung fürs Erste gestoppt: 3800 Krebse im Tiergarten gefangen

Tiergarten. Da staunte der Besucher auf der Bank nicht schlecht, als plötzlich ein stattlicher roter Krebs mit erhobenen Scheren auf ihn zumarschierte.

Und ein anderer traute seinen Augen nicht und meinte, das sei wohl irgendein neues, ferngesteuertes Spielzeug. Im August gab es eine wundersame Krebswanderung im Großen Tiergarten. Das Berliner Fischereiamt startete daraufhin eine Fangaktion. Wochenlang wanderten Exemplare des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses in großer Zahl durch den Park. Die meisten waren auf Höhe der spanischen Botschaft anzutreffen. Die Tiere waren auf der Suche nach neuen Lebensräumen.

„Für unsere Gewässer sind die Krebse eine Gefahr. Sie verdrängen andere Arten“, informierte im Sommer der Naturschutzbund (Nabu). Das Aussetzen exotischer Tiere – und das sind die Sumpfkrebse aus Amerika – sei mit großen Problemen für die heimische Tierwelt verbunden und grundsätzlich verboten.

Mitarbeiter des Fischereiamtes schritten ein. Innerhalb von zwei Wochen fingen sie rund 3800 der fremden Krustentiere mit Reusen. Sie wurden in kochendes Wasser geworfen und anschließend geschreddert. Der Nabu zweifelt zwar daran, dass die Ausbreitung des amerikanischen Sumpfkrebses noch verhindert werden kann, die Fangaktion sei aber ein wichtiger Schritt gewesen, das Wandern zu anderen Gewässern zu verhindern.

Die Naturschutzorganisation wirft der Obersten Naturschutzbehörde in Berlin vor, sie habe bereits seit Längerem von den amerikanischen Krebsen im Tiergarten gewusst, das Problem aber unterschätzt. Genauere Untersuchungen der Behörde waren aufgrund Personalmangel jedoch nicht möglich gewesen. KEN

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