Klinikum Waldfriede hilft Opfern eines grausamen Rituals

UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie eröffnete mit Waldfriede-Geschäftsführer Bernd Quoß das "Desert Flower Center (DFC)".
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Zehlendorf. Jedes Jahr werden rund 50 000 Mädchen Opfer eines grausamen Rituals. Als Kleinkinder werden Ihnen die Geschlechtsorgane beschnitten - mit lebenslangen Folgen. Im Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede sollen betroffene Frauen jetzt Hilfe finden.

Zur Eröffnung des "Desert Flower Center (DFC)" am Mittwoch, 11. September, war hohe Prominenz in der Klinik an der Argentinischen Allee erschienen. Die weltberühmte Aktivistin Waris Dirie, die mit ihrem Buch "Wüstenblume" vor 15 Jahren die Genitalverstümmelungen angeprangert hatte, engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als UN-Sonderbotschafterin gegen die Verstümmelung weiblicher Organe.Diese "Female Genital Mutilation" ist besonders in afrikanischen Ländern der Sahelzone grausamer Brauch. Die von Dirie ins Leben gerufene "Desert Flower Foundation (DFF)" hat ihren Deutschkland-Sitz künftig in Zehlendorf.

An prominenten Unterstützern für das DFC fehlt es nicht. Simon Rattle von den Berliner Philharmonikern hatte ein Quartett zu musikalischen Umrahmung mitgebracht. Chefarzt Dr. Roland Scherer vom Waldfriede-Zentrum für Darm- und Beckenbodenchirurgie will fortan verletzte Frauen in Zehlendorf behandeln, die als Kinder beschnitten wurden. Zu den gut 140 Millionen gewaltsam Verstümmelten leben etwa 40000 in Deutschland.

Nach Expertenschätzung wird alle elf Sekunden wird ein Mädchen verstümmelt. Trotz Strafbarkeit kommt es auch in Deutschland zu zahlreichen Verbrechen. Im Waldfriede können nach Auskunft von Waldfriede-Chef Bernd Quoß künftig rund 100 FGM-Opfer im Jahr Heilung erfahren.

Noch sei in Deutschland das Problem nur unzureichend im öffentlichen Bewusstsein, sagt Quoß. Finanziert werden die 4000 Euro teuren Operationen durch den Waldfriede-Förderverein und die DFF.

Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) hob in seinem Grußwort die "Pilotfunktion" des Krankenhauses Waldfriede hervor, betroffenen Frauen helfen. Die ersten beiden Patientinnen aus Dschibuti und Äthiopien werden bereits in Zehlendorf behandelt.

Martinus Schmidt / mst
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Lokalredaktion aus Mitte

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