Bienen, Beeren, Bohnen: Eine Oase im Ortskern
Am Probst-Süßmilch-Weg entsteht der Flora-Gemeinschaftsgarten

Nachbarin Christiane und Christian Küttner von der BI Zehlendorf bei der Gartenarbeit.
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Corona- Unternehmens-Ticker

Radieschen ernten und Erdbeeren pflücken: Mitten im Ortskern Zehlendorf entsteht eine grüne Oase. Die Bürgerinitiative (BI) Zehlendorf hat gemeinsam mit Nachbarn das Projekt „Flora-Gemeinschaftsgarten“ gestartet.

Der Eingang liegt etwas versteckt am Probst-Süßmilch-Weg, direkt an das Grundstück der Alten Dorfkirche anschließend. Ein schmaler Weg führt an einem Spielplatz vorbei auf eine rund 700 Quadratmeter große Fläche. Derzeit ist dort noch viel nackte Erde zu sehen, aber die Beete sind angelegt, und es zeigt sich erstes, junges Grün.

„Links kommen wegen der Sonne Gemüsesorten hin, rechts eher Blumen und Kräuter“, erklärt Christian Küttner von der BI den Gestaltungsplan. In einer Ecke des Grundstücks soll künftig eine wilde Wiese wachsen, daneben wurden Bänke und Tische aus Paletten aufgebaut. „Wenn alles fertig ist, kann der Platz als offenes Klassenzimmer, als Treffpunkt und für Feste genutzt werden“, sagt Küttner. Davor soll auch noch ein Spalier mit Bohnen angelegt werden.

An der Mauer zum Nachbargrundstück, neben Schuppen und Komposthaufen, wurden Beerensträucher gesetzt, am Zaum zum Spielplatz Sonnenblumen gepflanzt. In Hochbeeten wachsen üppige Erdbeerstauden und Minze. Eine Feuerstelle zum Grillen ist im Ausbau.

Die ersten Bewohner des Gartens sind bereits da. An einem Baum ist ein Kasten befestigt, in den eine Meisenfamilie mit Jungvögeln eingezogen ist. „Eigentlich ist es ein Kasten für Stare, aber egal“, sagt Küttner. „Hotel Flora“ haben Kinder darauf gemalt. Sie waren auch die Namensgeber des Gartens.

Entwürfe der Lenné-Schule

umgesetzt

Die Idee zum Garten entstand vor rund zwei Jahren. Damals begann der Förderverein der Alten Dorfkirche mit der Umgestaltung des verwilderten Kirchhofs, der in Zukunft zugänglich sein wird. Die dahinter liegende Brachfläche sollte als Gemeinschaftsgarten für Bienen, Urban-Gardening und Kita-Ackerprojekte entwickelt werden.

Die BI entwarf eine Skizze und bildete eine Projektgruppe. Für die Nutzung des Grundstücks lag Ende 2018 ein positiver Bescheid des Stadtplanungsamtes vor. Im Sommer 2019 begann der Nutzungs- und Pachtvertrag mit dem Grundstücksamt. Dafür erhielt die BI eine finanzielle Unterstützung aus Fein-Mitteln (Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften). Weitere Ausgaben werden über Spenden auf das BI-Konto gemanagt.

Im Winter 2018/2019 hatte eine Techniker-Klasse der Lenné-Gartenarbeitsschule das Gelände kartographiert und Gestaltungskonzepte entwickelt. „Es gab acht verschiedene Pläne für uns“, erzählt Küttner. „Wir haben uns eine Mischung daraus ausgesucht.“

Erntedankfest im Oktober?

Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass alles gedeiht. Anwohner Michael ist einer von denen, die nach der Arbeit kommen, um zum Beispiel die Gemüsebeete zu gießen. Dort wächst einiges: Kohl und Wirsing, Möhren und Kartoffeln, Zucchini und Radieschen. „Klar muss man etwas Freizeit investieren, aber man lernt wieder Dinge über den Garten, die man als Kind schon wusste“, erzählt Michael. Als Kind und Jugendlicher allerdings war das Gärtnern gar nichts für ihn. „Ich hatte für meinen Vater, der sich um unseren Garten kümmerte, damals wenig Verständnis.“ Auch Nachbarin Christiane ist regelmäßig zu Gast und nimmt Harke oder Schaufel in die Hand.

Wenn später die Ernte ansteht, bekommen alle Hobbygärtner etwas ab, es kann auch getauscht werden. „Wir verkochen natürlich einiges“, sagt Christiane. Am besten bei einem Fest. Bis es soweit ist, kann es wegen der Corona-Krise noch etwas dauern. „Es wäre toll, im Oktober Erntedank zu feiern“, hofft Küttner.

Wer sich für den Flora-Garten interessiert, kann eine E-Mail an die BI Zehlendorf schreiben: info@bi-zehlendorf.de.

Autor:

Ulrike Martin aus Zehlendorf

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