Frösche, Kröten und Lurche retten
Grüne in der BVV fordern Masterplan für die Britzer Pfuhlkette / Regenwassereinleitung soll helfen

Im Großen Karpfenpfuhl gibt es genug Wasser, aber auch viele Fische, die den Froschbestand mindern.
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  • Im Großen Karpfenpfuhl gibt es genug Wasser, aber auch viele Fische, die den Froschbestand mindern.
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Die Britzer Pfuhlkette ist gefährdet und mit ihr deren Bewohner. Die Dürreperioden der vergangenen Jahre haben den eiszeitlichen Teichen geschadet und sie als Laichplätze für Frosch und Kröte beeinträchtigt. Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung fordern jetzt per Antrag einen Masterplan zur Rettung von Gewässern und Tieren.

In Tempelhof-Schöneberg gibt es 34 sogenannte Stillgewässer, die in der Eiszeit entstanden. Hinzu kommen etliche teilweise oder ganz verlandete Pfuhle. Bereits 2015 ließ das Bezirksamt ein Gutachten erstellen, das Aufschluss über den Zustand der Pfuhle und den Bestand der Amphibien und anderen Kleintiere gibt. Darin enthalten sind auch Vorschläge für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen.

„Diese Vorschläge sollten endlich umgesetzt werden“, sagt Astrid Bialluch-Liu von den Grünen. Für einen umfassenden Masterplan müssten allerdings die aktuellen ökologischen Zustände der Feucht- und Pfuhlgebiete erhoben werden. Die Initiative für das Projekt sei von den Parteikollegen in Neukölln ausgegangen, die in einem Antrag einen „Stillgewässerschutz-, Pflege- und Entwicklungsplan zum bezirklichen Amphibienschutz“ vorschlagen. Diese gute Idee habe man aufgegriffen, auch in der Hoffnung auf Synergieeffekte, so Bialluch-Liu. Schließlich ende die Pfuhlkette nicht an der Bezirksgrenze sondern setze sich in Richtung Neukölln fort.

Im Gutachten von 2015 wurden entlang der Britzer Straße der Rothepfuhl, der Kleine und der Große Karpfenpfuhl, der Türkenpfuhl sowie der Grüntenteich untersucht. Rotkopf- und Juncuspfuhl konnten nicht einbezogen werden, da sie sich in Privatbesitz befinden.

Die Problemlage: Der Grüntenteich ist seit Jahren ohne Wasser, ebenso der Kleine Karpfenpfuhl, der dicht mit Schilfröhricht bewachsen ist. Folglich konnten dort keine Amphibien nachgewiesen werden. Der Rothepfuhl wurde 1998 saniert, führt seitdem ganzjährig Wasser und ist relativ gut geeignet zur Laichablage, auch wenn sich der Röhrichtgürtel sehr ausgedehnt hat. Der Große Karpfenteich wiederum hat genügend Wasser, aber auch viele Fische, die Kaulquappen fressen und so den dort lebenden Froschbestand mindern. Der Türkenpfuhl liegt auf dem Gelände einer Gärtnerei, ist tief in das umliegende Gelände eingeschnitten, hat kaum Ufervegetation, der Boden ist schlammig. Zu den nachgewiesenen Amphibien an den wasserführenden Pfuhlen gehören Teichfrosch, Teichmolch, Erdkröte und Knoblauchkröte, letztere steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Der Zustand der Pfuhle hat sich inzwischen weiter verschlechtert“, berichtet Astrid Bialluch-Liu. „Wie bereits im Gutachten vorgeschlagen, wären der Rückschnitt des Röhrichts und die Einleitung von Niederschlagswasser geeignete Maßnahmen zur Renaturierung.“ Einbeziehen könne man auch die Stadtnaturranger, die seit Mai in einem Modellprojekt der Senatsumweltverwaltung und der Stiftung Naturschutz in sechs Bezirken unterwegs sind – unter anderem in Tempelhof-Schöneberg. Zu deren Aufgabe gehört es, den Anwohnern Flora und Fauna nahe zu bringen; sie erstellen aber auch Bestandsaufnahmen von Tieren und Pflanzen und kartographieren Gebiete.

Jetzt sei das Bezirksamt gefordert, sagt Bialluch-Liu. Sie hofft, dass die Beratung des Antrags auf einen Masterplan im Umweltausschuss mit einer Beschlussempfehlung für die BVV endet.

Im Großen Karpfenpfuhl gibt es genug Wasser, aber auch viele Fische, die den Froschbestand mindern.
Idyllischer Weg an der Pfuhlkette.
Autor:

Ulrike Martin aus Zehlendorf

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