Das Geheimnis der Silberkugeln

In den Kugeln verbergen sich zwei Speziallabore der Akademie der Wissenschaften.
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Adlershof. An mehreren Stellen der Rudower Chaussee gibt es noch Bauten zu sehen, die bereits zu DDR-Zeiten oder sogar vor dem Zeiten Weltkrieg errichtet wurden. Ein Besuch vor Ort:

Zu den jüngeren Zeitzeugen der Forschungsgeschichte, denn darum handelt es sich bei fast allen Bauten, gehören die Kugellabore an der Rudower Chaussee. Sie stehen unter Denkmalschutz und gehören dem Unternehmen Europa-Center, das rund um die Kugeln ein neues Laborgebäude errichtet hat. Der Blick ins Innere der geheimnisvollen Kugeln bleibt Passanten verwehrt, aus Sicherheitsgründen. Für die Berliner Woche wurde allerdings eine Ausnahme gemacht.

Geheimnisse gibt es hier natürlich nicht mehr. Sie sind spätestens 1990 mit der DDR untergegangen. In die Kugeln führt eine schräge Treppe, Bauscheinwerfer sorgen für Licht. Durch eine Holztür gelangt man dann in ein schlichtes Labor. Labortische, Wässerungsanlagen und Reste der Stromversorgung deuten darauf hin, dass hier einst geforscht und getüftelt wurde. Ein Aufkleber weist auf den früheren Eigentümer hin: „DAW Zentralinstitut für physikalische Chemie“. Das war eine Einrichtung der Akademie der Wissenschaften. Sie ließ die Kugeln im Jahr 1960 nach Plänen von Horst Welser bauen, der auch andere Akademiebauten geplant hat. Im Innern sollten bei konstanter Temperatur tatsächlich geheime Experimente zu Luft- und Raumfahrt durchgeführt werden.

Wie Klaus Ulbricht, nach der Wende Bürgermeister von Treptow-Köpenick, davor Abteilungsleiter in eben jenem Akademieinstitut, berichtet, soll das mit der konstanten Temperatur aber nie wirklich funktioniert haben. Zu groß sei die Wärmeenergie gewesen, die von den Laboranten in die Räume getragen wurde.

Obwohl der Aufwand beim Bau enorm war. Nach einer zehn Zentimeter starken Stahlbetonschale kommt eine einen Meter dicke Wärmedämmung aus Schaumstoff. Weil die Temperatur nicht konstant blieb, wurden später Klimatruhen eingebaut. Die Steuerung erfolgte über Kontaktthermometer, die auch von Aquarianern verwendet wurden. „In den letzten Jahren der DDR wurden die Kugeln nur noch als Lagerraum genutzt“, erinnert sich Klaus Ulbricht.

Eine Nutzung kommt leider nicht infrage. „Dafür sind die Zugänge zu eng und die Decken zu niedrig. Selbst ein kleines Café wäre nicht zulässig“, sagt Uwe Heinrich Suhr von Europa-Center. Erhalten werden sie als Denkmal der Technikgeschichte trotzdem. Und zum Tag des offenen Denkmals können auch Besucher einen Blick in die früheren Geheimkugeln von Adlershof werfen. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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