Kein Neubau auf dem Schulhof
Proteste und Argumente an der Obersee-Grundschule überzeugten Politiker

Eltern und Schüler protestierten noch einmal, diesmal auch musikalisch, gegen einen MEB auf dem Grundstück der Obersee-Schule.
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  • Eltern und Schüler protestierten noch einmal, diesmal auch musikalisch, gegen einen MEB auf dem Grundstück der Obersee-Schule.
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Auf dem Schulhof der Obersee-Grundschule an der Roedernstraße 69/71 wird kein Modularer Ergänzungsbau (MEB) entstehen.

Das konnte Abgeordnetenhausmitglied Martin Pätzold (CDU) Eltern, Schülern und Pädagogen vor den Weihnachtferien bei einer Protestaktion auf dem Schulhof mitteilen. Der Grund für den Protest: Im Juni 2021 wurde die Obersee-Grundschule darüber informiert, dass ein Gebäudes auf dem Hof errichtet werden soll.

Freifläche würde mehr als halbiert

Seither arbeitete die Elternvertretung gemeinsam mit dem Förderverein daran, dieses Projekt zum Wohle der Kinder mit Recht auf gute Bildung in einem förderlichen Umfeld zu verhindern, berichtet Gesamtelternvertreter Jörn Kotzur. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Zum einen ist auf dem Schulhof nicht ausreichend Platz. Die Freifläche für die 360 Schüler würde mit dem MEB von 13 auf sechs Quadratmeter je Kind mehr als halbiert.

Hinzu käme, dass etwa 100 Jahre alte Bäume gefällt werden müssten. Weiterhin würde ein denkmalgeschürztes Ensemble beeinträchtigt, denn das Gebäude der Obersee-Schule steht unter Denkmalschutz. Letztlich gab es auch Bedenken betreffs des Grundstücks. Ein Teil der Fläche, auf der der Ergänzungsbau entstehen sollte, wurde der Schule nämlich von benachbarten Kleingärtnern zur Verfügung gestellt, damit diese ihren Schulhof vergrößern konnte.

Nur wenige geeignete Grundstücke

Bereits 2016 gab es das Vorhaben, einen Ergänzungsbau zu errichten. Nach Abwägung allen Für und Wider beschloss die BVV seinerzeit mit der Begründung „Platzmangel“, den Schulhof nicht zu bebauen. Dass das MEB-Bauvorhaben trotzdem wieder in den Focus rückte, begründete der bisherige Schulstadtrat Martin Schaefer (CDU) damit, dass gerade in der Region Alt-Hohenschönhausen viele Schulplätze benötigt werden, aber nur wenige geeignete Grundstücke zur Verfügung stehen.

Die Eltern schrieben nicht nur eine Petition an das Abgeordnetenhaus, sondern sahen sich im Ortsteil nach geeigneten Grundstücken für den Bau eines MEB um. Immerhin konnten sie nach ihren Recherchen dem Bezirk eine Liste mit elf Vorschlägen vorlegen, berichtet Jörn Kotzur. Die Argumente der Eltern gegen einen MEB auf dem Schulhof blieben im Bezirk nicht ungehört, erklärt Abgeordnetenhausmitglied Martin Pätzold, der seit dem Sommer gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Danny Freymark (CDU) mit den Elternvertretern in Kontakt stand.

Martin Schaefer informierte die Eltern sowie auch die Lichtenberger Verordneten, dass er inzwischen an die Schulstaatssekretärin der Senatsbildungsverwaltung einen Brief schrieb. In diesem teilte er mit, dass das Bezirksamt Lichtenberg das Vorhaben nicht weiter verfolgen wird. „Weil der Bau des MEB bisher nicht terminiert ist, konnten wir diesen Standort noch absagen“, so Schaefer. Er macht aber auch deutlich, dass in der Region wegen steigender Schülerzahlen unbedingt noch ein weiterer MEB entstehen muss. Deshalb werden jetzt Alternativstandorte geprüft. „Im Juni hatten wir nur drei Alternativstandorte, inzwischen liegen uns, mit den Vorschlägen der Eltern, insgesamt 15 vor“, so Schaefer.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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