Weiterer Stellenabbau in Siemensstadt geplant: Nokia Networks will Standort schließen

Siemensstadt. Nokia Networks plant seinen Standort in Siemensstadt zu schließen. 177 Arbeitsplätze sind gefährdet. Aus dem Bezirk kommt Protest.

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia Networks, der im Januar 2016 mit dem französischen Unternehmen Alcatel-Lucent fusioniert ist, will seinen Standort am Siemensdamm 62 offenbar schließen und die Mehrheit der 177 Arbeitsplätze abbauen. Die IG Metall Berlin, der Betriebsrat und die Belegschaft kämpfen nun um die Arbeitsplätze. Am 20. April protestierten sie gegen die geplante Schließung und die Beschäftigten legten für eine Stunde die Arbeit nieder. Auf der Kundgebung sprach auch Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD). „Der geplante Abbau von Arbeitsplätzen bei Nokia ist unverständlich. Nokia sollte lieber kräftig in den Berliner Standort investieren statt abzubauen.“ Der Bezirk unterstütze die Belegschaft bei der Forderung nach dem Erhalt der Arbeitsplätze.

Kritik an den Plänen kommt auch von den Spandauer SPD-Abgeordneten Burgunde Grosse und Daniel Buchholz sowie von der SPD-Fraktion Spandau. Sie fordern die Geschäftsleitung auf, die Schließung rückgängig zu machen und appellieren an Berlins Wirtschaftssenatorin, Cornelia Yzer (CDU), entsprechende Gespräche mit der Geschäftsleitung von Nokia zu führen. „Ich habe keinerlei Verständnis für derartige Massenentlassungen. Insbesondere für den Industriestandort Spandau wäre die Umsetzung dieser Pläne ein weiterer herber Schlag nachdem bereits Redknee angekündigt hat, seine Niederlassung zu schließen“, so Burgunde Grosse. Nokia sei aufgefordert, sich an den bestehenden Standortsicherungsvertrag zu halten und neue Zukunftskonzepte für das Unternehmen zu erarbeiten. Das sieht auch Daniel Buchholz so. Die angekündigte Werksschließung sei ein weiterer schwerer Verlust von Arbeitsplätzen in Siemensstadt.

Über den Berliner Standort hinaus hat Nokia weitere Entlassungen in ganz Europa angekündigt, wobei 1400 von derzeit 4800 Arbeitsplätzen in Deutschland wegfallen sollen. Zuletzt hatte das kanadische Software-Unternehmen Redknee im März angekündigt, seinen Standort in Siemensstadt zu schließen. Dort sind 260 Arbeitsplätze bedroht. uk

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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