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  • 15. Januar 2018, 00:00 Uhr
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Gedenkveranstaltung zum Holocaust am 21. Januar

21. Januar 2018 um 17:00
Rückert-Gymnasium, 10825, Berlin

In Berlin werden Fahnen mit dem Davidstern verbrannt. Demonstranten skandieren „Tod Israel“. Im Regenbogenkiez wird ein jüdischer Gastwirt antisemitisch beschimpft.

Der Grünen-Politiker Volker Beck, derzeit Dozent für religionswissenschaftliche Studien in Bochum, stattet dem Gastronomen einen Solidaritätsbesuch ab und hat gerade in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung mehr Engagement gegen Antisemitismus in der Gesellschaft gefordert.

So könnte von der traditionellen Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag in Schöneberg ein ungeahnt aktueller Impuls ausgehen. Da im Rathaus Schöneberg immer noch gebaut wird, findet die Veranstaltung am 21. Januar ab 17 Uhr wie im Vorjahr in der Aula des Rückert-Gymnasiums in der Mettestraße 8 statt. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird seit 2005 von „frag doch!“, dem Verein für Begegnung und Erinnerung, Veranstalter der Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Schöneberger Rathaus, gemeinsam mit dem Bezirksamt, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ausgerichtet.

In diesem Jahr steht Kurt Tucholsky im Mittelpunkt. Er war einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Tucholsky habe scharf und unermüdlich gegen den Niedergang der deutschen Republik angeschrieben, so die Veranstalter, bis er Anfang der 30er-Jahre zusehends verstummte. „Ich bin ein aufgehörter Schriftsteller“, soll Kurt Tucholsky über sich gesagt haben.

In der Gedenkveranstaltung wird dieser Entwicklung am Beispiel ausgewählter Texte und Briefe nachgegangen. Sie werden von dem Berliner Regisseur und Schauspieler Heinrich Rolfing vorgetragen. Schüler und Lehrkräfte der Schule gestalten das musikalische Rahmenprogramm.

Die Gedenkveranstaltung im Rückert-Gymnasium ist gleichzeitig der Auftakt zum diesjährigen Schwerpunkt „Unerhörte Stimmen“ in der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“. Die Ausstellung ist am Veranstaltungstag bis 20 Uhr geöffnet.

Autor: Karen Noetzel
aus Schöneberg
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