Flüchtlingsunterkunft kommt: Baubeginn an Freudstraße für September geplant

Falkenhagener Feld. Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge an der Freudstraße wird kommen – trotz Anwohnerprotest, Petition und Unterschriftensammlung.

An den Plänen für die neue Flüchtlingsunterkunft an der Freudstraße 4/Kraepelinweg 23 ist nicht mehr zu rütteln. Die Termine für Baubeginn und Einzug stehen fest, ebenso wie die spätere Nachnutzung der Modularen Unterkunft (MUF) für „normale“ Mieter. So lautet das nüchterne Fazit einer Informationsveranstaltung am 16. Juni.

Rund 100 Anwohner aus dem Kiez waren gekommen, um berechtigte Sorgen und Fragen loszuwerden. Wie viele Flüchtlinge werden kommen? Muss das MUF wirklich mitten ins Wohngebiet? Warum wurden die Mieter erst jetzt informiert? Was passiert mit dem Parkplatz? Ab wann wird gebaut und wie lange bleibt das MUF? Aber auch weniger konkrete Vorbehalte waren zu hören. Doch alles änderte nichts daran: Das MUF wird kommen. Trotz einer Petition an das Abgeordnetenhaus und einer Unterschriftensammlung, die der Mieterbeirat Falkenhagener Feld West nach der Veröffentlichung des geplanten Standortes im Spandauer Volksblatt initiiert hatte.

Aber zurück zu den Details, die die Gewobag auf dem Infoabend vorstellte. Wie alle landeseigenen Wohnungsunternehmen ist die Gewobag aufgefordert, geeignete Plätze für MUFs zu finden und sie zu errichten.

Am 12. September ist Baubeginn

Das Grundstück an der Freudstraße sei von der Größe her passend und dazu noch planungssicher gewesen, begründete Peter Burgfried von der Gewobag. Gebaut wird ab dem 12. September in Fertigbauweise, sieben Geschosse hoch und mit einer Mietfläche von etwa 5400 Quadratmetern. Der Bauantrag ist zwar noch nicht eingereicht. Die Gewobag geht aber sicher davon aus, dass er vom Bezirksamt genehmigt wird. Im Mai 2017 sollen dann zunächst 320 Flüchtlinge in die 71 Ein- bis Vier-Zimmerwohnungen einziehen. Alle haben eine längere Bleibeperspektive in Deutschland.

Weitere Fakten: Ein Betreiber steht noch aus, und um das MUF soll ein Zaun herum. So will es das Landessozialamt, nicht aber die Gewobag, das Bezirksamt und auch viele Anwohner nicht. Kosten für das MUF: rund 1,9 Millionen Euro. Bleiben sollen die Flüchtlinge maximal drei Jahre. Dann will die Gewobag baulich umrüsten, damit „normale“ Mieter in die Wohnungen ziehen können.

Mieterbeirat: "Kiez ist jetzt schon Brennpunkt"

Peter Arend vom Mieterbeirat listete die Gegenargumente vieler Anwohner auf: Wegfall von Park- und Spielplatz, Baumfällungen, drohende Verschattung der benachbarten Mietshäuser, ungeprüfte Alternativen und ein Kiez, der jetzt schon ein sozialer Brennpunkt sei.

Thorsten Hartje monierte als Vorsitzender des Bezirkselternausschusses die fehlenden Schulplätze im Kiez. Die Grundschule im Beerwinkel sei jetzt schon voll, was der Schulleiter bestätigte. In anderen Schulen sehe das nicht besser aus. „Wo also sollen die Kinder der Flüchtlingsfamilien beschult werden“, fragte Hartje. Laut Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) habe die Wasserwerk-Grundschule noch Kapazitäten. Die liegt laut Hartje aber nicht im Einzugsgebiet der Freudstraße.

So gingen die Argumente hin und her. Am Ende blieben allerdings frustrierte Anwohner zurück und mahnende Worte vom Podium, doch erst einmal abzuwarten, bis das MUF steht. Und wenn es dann doch akute Probleme geben sollte, bot der Bürgermeister den Anwohnern seine offene Tür für Sorgen an. uk

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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