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Entscheidung zu Trinkbrunnen auf dem Breslauer Platz ohne die Bürgerinitiative

Wo: Breslauer Platz, Niedstraße 1, 12159 Berlin auf Karte anzeigen
Das Trinkbrunnenmodell "Ku'damm" der Berliner Wasserbetriebe: Im Winter gibt es kein Wasser.
Das Trinkbrunnenmodell "Ku'damm" der Berliner Wasserbetriebe: Im Winter gibt es kein Wasser. (Foto: KEN)

Seit 2011 wird über einen Trinkbrunnen, den Bautyp, seinen Standort auf dem Breslauer Platz und die Finanzierung diskutiert. Kurz vor dem Ziel kam es zum Eklat.

Das Bezirksamt hat entschieden, einen sogenannten Mundsprinkelbrunnen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) aufstellen zu lassen, das „Modell Ku'damm“. Es sei der einzig mögliche Brunnentyp, sagt Stadträtin Christiane Heiß (Grüne). So sei das gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) Breslauer Platz am 15. November vereinbart worden. „Eine Frechheit“, entgegnet BI-Sprecher Jo Glässel. Beim Gespräch im November sei die Entscheidung für das Ku'damm-Modell nur beiläufig mitgeteilt worden. „Wir haben uns nie darauf verständigt“, sagt Glässel. Ein weiteres BI-Mitglied sagt: Ursprünglich sollte die Brunnen-Frage gemeinsam weiterverfolgt werden. Nun habe die Dezernentin die Entscheidung ausschließlich mit den Wasserbetrieben gefällt.

Die BI favorisiert das „Wiener Modell“ und hat dafür gute Argumente. Der Wiener Brunnen ist rost- und wartungsfrei. Er kann ganzjährig betrieben werden. Er spart Wasser und Geld, weil er nur auf Knopfdruck funktioniert. Er besitzt einen Zapfhahn und einen Ausguss, was für die Händler auf dem Wochenmarkt sehr wichtig wäre. Alle diese Eigenschaften hat das Modell Ku'damm nicht.

FDP-Fraktionschef Reinhard Frede hat vorgeschlagen, den Brunnen an die Wasserzuleitung im BVG-Häuschen anzuschließen. Das würde die Kosten deutlich senken. Dazu wäre aber ein Kooperationsvertrag mit den Berliner Verkehrsbetrieben notwending.

Laut Christiane Heiß kostet die Installation des „Modells Ku'damm“ rund 17 300 Euro, Tiefbauarbeiten inklusive, für die das Bezirksamt aufkäme. Der Brunnen verbleibt im Eigentum der BWB, die die Unterhaltskosten übernähmen. Das Bezirksamt müsste jährlich knapp 3800 Euro unter anderem für Reinigung, Desinfektion und Inspektion aufbringen.

Heiß warnt: Hält die BI an ihrer Ablehnung des Modells fest und spricht sich auch die BVV mehrheitlich dagegen aus, wird es so schnell keinen anderen Brunnen auf dem Breslauer Platz geben.

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