Sanitätshaus Hempel Gesundheitspartner seit 110 Jahren in Familienhand

Andreas Hempel führt das Traditionsunternehmen Hempel mit Hauptsitz in der Prinzenallee 84 in vierter Generation.
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Gesundbrunnen. Auch wenn nur die dorthin müssen, die ein Problem haben: Die 14 Ladengeschäfte der Traditionsfirma Hempel sind wichtig in den Einkaufsstraßen. Am Firmensitz in der Prinzenallee 84 gibt es sogar ein öffentliches Café, um die Geschäftsstraße attraktiver zu machen. Im Rahmen der Aktion „Das geht uns alle an!“ stellt die Berliner Woche das Gesundheitszentrum vor.

In der Mitte ein runder Anmeldetresen, gemütliche Wartebereiche, in denen man einen Cappuccino oder Kaffee trinken kann. Wären nicht überall Rollatoren, Prothesenmodelle oder Stützstrümpfe ausgestellt, könnte man meinen, dies ist eine Privatarztpraxis. „Service und Dienstleistung sind das A und O“, sagt Firmenchef Andreas Hempel, der das Traditionsunternehmen Hempel Gesundheitspartner offiziell zum 110. Geburtstag am 23. September von seinem Vater Bernd Hempel übernommen hat. In vierter Generation führt Andreas Hempel mit seiner Schwester Sonja das Unternehmen weiter. „Das gibt es doch kaum noch, dass die Kinder die Geschäfte fortführen“, sagt der 42-Jährige.

14 Filialen betreibt das klassische Sanitätshaus, das sich wegen des angestaubten Begriffes moderner als Hempel Gesundheitspartner präsentiert. Klar sind die Läden nicht auf Laufkundschaft angewiesen. Dorthin kommen Leute mit Rezept, die Probleme haben und zum Beispiel Rollatoren, Einlagen, Prothesen oder andere Reha-Produkte benötigen. Auch wegen der Konkurrenz in dem Bereich will Andreas Hempel ein komplettes Wohlfühlpaket bieten. Neben dem Ladengeschäft in der Prinzenallee gibt es ein öffentliches Café, benannt nach dem Urgroßvater, der das Unternehmen 1906 in Schöneberg als „Orthopädisches Atelier für künstliche Nasen- und Ohrenersatzstücke“ gegründet hat. Heute arbeiten über 200 Leute in der Firma. Im Weddinger Haupthaus, das zu Mauerzeiten für die Senatsreserve als Lager für Grundnahrungsmittel, Medikamente und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs genutzt wurde, sind auch 35 Orthopädiemechaniker beschäftigt, die in der hauseigenen Werkstatt Prothesen, Schuhe und Einlagen herstellen. Außerdem gibt es dort eine Physiotherapie mit zehn Therapeuten. Der Standort in Gesundbrunnen ist ein Gesundheitszentrum mit Schwerpunkt Neurologie. Im Gangtherapiezentrum können Schlaganfallpatienten und Querschnittsgelähmte beispielsweise mit einem Gehroboter trainieren.

Dass die Einkaufsstraßen immer unattraktiver werden, liege an den großen Einkaufszentren mit ihrem Einheitsbrei, meint Andreas Hempel. Er setzt auf persönliche Betreuung und Kompetenz. Andreas Hempel hat die Erfahrung gemacht, dass die Leute immer öfter auch medizinische Hilfsmittel im Internet oder bei nicht spezialisierten Händlern wie zum Beispiel Baumärkten kaufen. „Wie das Blutdruckmessgerät genau funktioniert, lassen sich die Leute dann von uns erklären“, so Hempel.

Die Firma engagiert sich auch als Sponsor für den Hockeyverein Zehlendorfer Wespen und die Handballerinnen von den Füchsen Berlin. Seine angestellten Ernährungs- und Sportwissenschaftler schickt Hempel regelmäßig in Kitas und Schulen, um auf die Bedeutung von Sport und Bewegung aufmerksam zu machen. Kaputte Füße und Haltungsschäden sollten frühzeitig erkannt werden. Zum 110-jährigen Jubiläum hat der neue Chef jetzt die Idee, sein Gesundheitshaus mit den Orthopädiewerkstätten im Rahmen eines offenen Tages für die Leute zu öffnen. Einen Termin dafür gibt es noch nicht, aber der Blick in die Labore und Werkstätten lohnt sich auf jeden Fall. DJ

Weitere Informationen unter www.hempel-berlin.de.
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Dirk Jericho aus Mitte

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