253 offene Stellen
Das Bezirksamt findet keine neuen Mitarbeiter

Angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt tut sich die Bezirksverwaltung schwer, offene Stellen zu besetzen.
  • Angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt tut sich die Bezirksverwaltung schwer, offene Stellen zu besetzen.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Die Bezirksverwaltung ist in den Jahren des Sparens ausgedünnt. Das bedeutet für die vorhandenen Mitarbeiter mehr Arbeit, mehr Stress und für die Bürger längere Wartezeiten bei Dienstleistungen.

Gegenwärtig hat das Bezirksamt 1667 Mitarbeiter. Aber 253 freie Stellen, rund jede achte, sind nicht besetzt. Das Bezirksamt kann zwar wieder frisches Personal einstellen. Doch das gelingt nicht in dem erhofften Umfang. Viele Stellen bleiben unbesetzt, weil sich Bewerber im Landesdienst oder in der privaten Wirtschaft besser aufgehoben und bezahlt sehen.

Laut Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) ist die Zahl der nicht besetzten Stellen in den Bezirken sehr unterschiedlich. In Treptow-Köpenick, Tempelhof-Schöneberg und Marzahn-Hellersdorf beläuft sie sich auf über zehn Prozent. In Pankow, Reinickendorf und Spandau liegt sie dagegen bei unter sechs Prozent. Im vergangenen Jahr leitete die Verwaltung von Marzahn-Hellersdorf insgesamt 414 Auswahl- und Stellenbesetzungsverfahren ein, aber nur 90 führten zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters. 170 Besetzungsverfahren laufen noch. 154 mussten erfolglos abgebrochen werden.

„Hauptgrund für die Zahl der abgebrochenen Stellenbesetzungsverfahren ist der Mangel an Bewerbern“, erklärt Bürgermeisterin Dagmar Pohle auf eine Kleine Anfrage von BVV-Fraktionschef Bjoern Tielebein (beide die Linke). In 68 Fällen bewarb sich niemand, bei 47 Verfahren gingen nur ein bis vier Bewerbungen ein, in den anderen abgebrochenen Verfahren konnte kein geeigneter Kandidat gefunden werden. Da lagen zwar bis zu 40 Bewerbungen vor. Doch es hagelte Absagen. Eine der häufigen Begründungen war die zu geringe Vergütung.

Die Mitarbeiter des Bezirksamtes werden nach der Entgeltverordnung für den Öffentlichen Dienst entlohnt. Anders als in der Privatwirtschaft kann auch in besonderen Fällen nicht über das Gehalt verhandelt werden. Das ist besonders bei Fachkräften für das Gesundheitsamt und beim Bauamt ein Problem.

Nach den im März abgeschlossenen Tarifverhandlungen bekommen die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst bis 2021 rund acht Prozent mehr Gehalt. „Inwiefern dieses Ergebnis eine Verbesserung der Bewerbungslage bewirkt, bleibt abzuwarten“, erklärt die Bürgermeisterin.

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